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Korschenbroich: Landfrauen übernehmen Verantwortung

Korschenbroich : Landfrauen übernehmen Verantwortung

Beim Kreislandfrauentag in Pesch wurden Arbeitswelt und Anliegen der Landwirtinnen thematisiert. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bescheinigte den Damen eine Vorreiterrolle: "Sie waren Pioniere und bewegen immer noch viel."

WDR-Moderatorin Steffi Neu ist "ein Bauernkind" mit landwirtschaftlich geprägter Definition der Jahreszeiten: Sommer ist für sie, wenn die Mähdrescher den Verkehr aufhalten. Zum Festvortrag beim Kreislandfrauentag des Rheinischen LandFrauenverbandes (RhLV) im Restaurant "Syrtaki" (Haus Schellen) bekannte sie sich zum Leben auf dem Bauernhof. In der persönlichen Familienanbindung sei es bei ihr ein bisschen wie auf "Bullerbü". Neben Unterhaltung und Geselligkeit standen gestern Nachmittag die Belange von Bäuerinnen und Frauen im ländlichen Raum im Fokus.

RhLV-Kreisvorsitzende Edelgard Stahl-Kamerichs betonte in ihrer Begrüßung "Landfrauen fordern optimale Rahmenbedingungen, um Familie, Beruf und ehrenamtliches Engagement besser miteinander vereinbaren zu können. Wir mischen uns ein für eine gute Infrastruktur und Bleibeperspektiven. Nur dann kommen unsere Töchter und Söhne nach der Ausbildung auch wieder zurück aufs Land."

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erinnerte an die Historie des Verbandes, der seit den Anfängen Bildung und Weiterbildung thematisiert. "Die Frauen waren damals Pioniere und auch Sie bewegen Einiges", lobte Petrauscke. Da der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Mönchengladbach im Verband eine Einheit bilden, sprach der Gladbacher Bürgermeister Michael Schroeren ebenfalls ein Grußwort. Er lobte den Verband als großes Frauennetzwerk, das Kräfte bündelt und Verantwortung übernimmt. RhVL-Präsidentin Margret Vosseler, MDL, stellte die Kernanliegen an die Politik vor. Erwartet werden zum Beispiel eine zügige und hochleistungsfähige Breitbandversorgung auf dem Land, gut erreichbare weiterführende Schulen, ein klares Bekenntnis zur vielfältigen und unternehmerisch geprägten Landwirtschaft in NRW und Ressourcenschutz statt Flächenverbrauch.

Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt berichtete von Plakaten des Bundesumweltministeriums, die dank einer erfolgreichen Kampagne vernichtet wurden, da sie die Agrarwirtschaft unter Druck gesetzt und Landwirte verunglimpft hätten. Er warb für die Teilnahme an einer Demonstration, um von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine klare Position zu den Richtlinien der Düngeverordnung zu fordern. Hanna Dederichs berichtete von der Weiterbildung zur Agrar-Bürofachfrau, einer Qualifizierung mit Kursen in Büroorganisation, EDV-Anwendung in der Landwirtschaft, Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsrecht.

(NGZ)