Kunstfrühling in Korschenbroich gestartet

Korschenbroich: Der Kunstfrühling hat begonnen

Eine Woche lang feiert die Veranstaltung die Kultur. Der Autakt wurde von den Besuchern nicht so angenommen, wie die Veranstalter es sich gewünscht hatten. An vielen Ständen blieb es leer und Geschäfte schlossen früh.

Der zehnte Korschenbroicher Kunstfrühling hat Qualität, das stellte man beim ersten Blättern in dem 128 Seiten starken Katalog fest, der nach der offiziellen Eröffnung in der Sparkasse an der Hindenburgstraße für fünf Euro erstmals verkauft wurde. Auch das geänderte Rahmenprogramm, mit dem man Familien mit Kindern, aber auch Jugendliche in stärkerem Maße als bisher ansprechen wollte, war attraktiv. Trotzdem sollte die Resonanz enttäuschend klein ausfallen.

Peter Dederichs lobte im Namen der Sparkasse Neuss das Engagement des Freundeskreises für Kunst und Kultur, der für „eine große begehbare Galerie“ gesorgt habe. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erklärte: „In Korschenbroich ist immer was los. Schützenfeste sind nicht alles.“ Bürgermeister Marc Venten lobte die erstmalige Kooperation mit dem Stadtjugendring – im Rahmen des Kunstfrühlings gab es zum ersten Mal ein Street-Art-Festival und etliche Foodtrucks waren vorgefahren. Im Foyer der Sparkasse stand der Düsseldorfer Künstler Wilfried H. G. Neuse im Mittelpunkt mit seinem Projekt „Feuchte Kammern“. Ein Foto und ein Gegenstand von Besuchern gibt er in eine Plastiktüte und gibt 50 Milliliter Erftwasser hinzu, stößt somit einen langsamen chemischen Prozess an. „,Ich bin doch nicht schön' ist keine Ausrede, ein Polaroid-Foto auszuschlagen, es geht nicht um Schönheit, sondern um Vergänglichkeit“, sagte Neuse. Eine Frau hatte zu ihrem Foto Erde aus Israel dazu gegeben. Gisela Willems-Liening, die den Kunstfrühling maßgeblich mit organisiert hatte, machte neugierig auf eine „sehr hochwertige und vielfältige Kunstausstellung“.

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Die Resonanz am frühen Nachmittag war ernüchternd. Cornelia Haasnoot-Schumacher von „Conny´s Fischecke“ schloss ihren Laden bereits gegen 14 Uhr: „Es hat keinen Sinn“, erklärte sie und sagte ihren Aushilfen ab. Auch der „Lindenhof“ am Hannenplatz schloss bald seine Pforten, nur vor der Eisdiele bildete sich eine Schlange. Dass das Programm für Kinder und Jugendliche ein totaler Reinfall war, kann man dagegen nicht sagen: Beim Manga-Zeichnen mit Alexandra Völkel war jeder Platz besetzt – dies war ebenso ein Angebot des Jugendzentrums der Pfarre St. Andreas wie der Impro-Workshop, der von der Theaterpädagogin Catherin Reimann geleitet wurde. Sieben Kids machten mit, davon zwei Jungs. Der jüngste Teilnehmer war der neujährige Jan. Später mussten sie unter dem Namen „Boomwhacker“ auf der Bühne präsentieren, was sie gelernt hatten. Bis es so weit war, unterhielt der erst 12-jährige Hugo sein Publikum mit seinem Gesang.

Eröffnet wurde der Kunstfrühling am Sonntagmittag in der Sparkasse an der Hindenburgstraße. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Es gab drei Bühnen, auf denen unter anderem die Band des Jugendzentums „Klärwerk“ namens „Error 404“ auftrat, ebenso wie die Choice-Band „Zeitloos“. Was Katrin Herbst von Glehner Jugendzentrum „Sinnflut“ wunderte: „Von der Möglichkeit, bei uns gratis Selfies zu machen, machen vor allem Erwachsene Gebrauch.“ Das Unbekannte übt ja bekanntlich eine große Anziehungskraft aus und so kam es, dass das ehemalige Postlager unter dem Dach der Stadtverwaltung stark frequentiert war.

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