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Korschenbroich: Krimi gucken mit Komparsen

Korschenbroich : Krimi gucken mit Komparsen

Viel von Liedberg, wenig von den Komparsen gab’s im ersten Teil der neuen ARD-Krimiserie „Mord mit Aussicht“ zu sehen. Gebannt verfolgten die Mitwirkenden bei Gastwirt Vennen die Episode. Unsere Mitarbeiterin war dabei.

Liedberg Gemächlich rumpelt der grüne Traktor über das Kopfsteinpflaster, an einer Reihe weißer Fachwerkhäuser vorbei. „Da, das ist Liedberg“, rufen plötzlich drei Frauen und fünf Männer wie aus einem Munde. Dabei deuten sie aufgeregt mit den Fingern auf die Traktor-Szene, die sich vor ihren Augen im silbergrauen Breitbild-Fernseher abspielt. Es ist Montagabend, die Tagesschau ist gerade zu Ende. Und die ARD strahlt seit knapp vier Minuten die erste Folge ihrer neuen Krimireihe „Mord mit Aussicht“ aus, für die das Produktionsteam an mehreren Tagen im vergangenen Herbst auch in Liedberg drehte. Acht der etwa 15 einheimischen Komparsen, die damals mitwirkten, sehen sich auf Einladung des Wirtes Wilfried Vennen den Serienauftakt in dessen Gasthaus an.

Nebenan probt der Chor

Vennen selbst ist derweil mit den übrigen Komparsen im Saal nebenan – denn sie gehören zum Männergesangsverein Liedberg, und der hat gerade seine Probe. Im Schankraum ist davon nichts zu hören, als Klaus Hofmann blitzschnell die Position des grünen Treckers auf der Mattscheibe ortet: „Das ist gegenüber der Einfahrt von Scherer.“ Die anderen Krimi-Gucker nicken zustimmend und schauen weiter wie hypnotisiert auf den Bildschirm. Gespannt warten sie darauf, ob sie noch mal etwas erkennen, und ob sie selbst womöglich plötzlich auftauchen. Denn als Komparsen haben sie für mehrere Szenen in Vennens Wirtshaus gesessen – das im Film „Gasthof Aubach“ heißt – und Gäste gespielt. Oder sind für die Fernsehmacher ein ums andere Mal über das Kopfsteinpflaster vor den Fachwerkhäusern spaziert.

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Nur drei Minuten nach der Traktor-Szene ist es dann so weit, „da ist wieder Liedberg“, ruft Waltraud Onkelbach. Diesmal fährt ein rotes BMW-Cabriolet durch den Ortskern, von den Komparsen fehlt noch jede Spur. Um 20.33 Uhr dann: Krimi-Kommissarin Sophie Haas betritt den Gasthof und im Hintergrund sitzt Bernd Atrops an einem Tisch. Der bekommt von seinen Fernsehauftritt nichts mit, denn er sing noch nebenan. Aber zum Glück hat er vorgesorgt, „er nimmt das auf Video auf“, erzählt seine Frau Monika.

Sie selbst muss noch eine knappe Viertelstunde warten, dann ist auch sie kurz im Bild. Gleich danach betreten Heinz-Josef und Gertrud Schiffer mit Wilfried Nilgen das Lokal, und Waltraud Onkelbach isst ihr Roastbeef. Von den acht Komparsen sind nur ihr Mann Willi und Peter Dauben nicht dabei. „Vom Ort war viel zu sehen, von uns weniger“, resümiert Heinz-Josef Schiffer nach dem Abspann. Aber das kann ja in den nächsten fünf Folgen ja noch kommen.

(RP)