1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Zweite Jugendkonferenz der Stadt mit 27 Jugendlichen

Teilnehmer zwischen elf und 17 Jahren alt : Korschenbroichs jüngstes Gremium

Zum zweiten Mal gab es im Ratssaal der Stadt eine Jugendkonferenz, an der 27 Kinder und Jugendliche teilnahmen. Mit Bürgermeister Marc Venten und Mitarbeitern der Verwaltung sprachen sie über ihre Ideen und künftige Projekte.

Reinhard Giese war ehrlich. „Bei einer Wette hätte ich verloren, denn ich hätte mit zehn bis 15 Teilnehmern gerechnet“, sagte der Kreisjugendpfleger, in Korschenbroich für die offene Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Stattdessen kamen jedoch 27 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 17 Jahren zur zweiten Korschenbroicher Jugendkonferenz in den Ratssaal der Stadt. Dort, wo normalerweise Politik und Verwaltung über Korschenbroicher Themen und Projekte diskutieren, bildeten sie das jüngste Gremium der Stadt. Sie hielten mit Bürgermeister Marc Venten und einigen seiner Verwaltungsmitarbeitern eine zweistündige Konferenz ab, die viele Bedenken zerstreute.

Zum einen erwiesen sich die Befürchtungen der Organisatoren, die Jugendlichen könnten schnell die Lust an einer Jugendkonferenz verlieren, als unbegründet. Zum anderen erhielten die Teilnehmer die Gewissheit, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Denn während die Jugendlichen beim ersten Treffen im vergangenen Oktober Wünsche und Anregungen vorgetragen hatten, wurden nun Projekte konkretisiert und erste Ergebnisse präsentiert. „Ich war anfangs skeptisch, doch alle Themen sind wieder zur Sprache gekommen. Das finde ich sehr positiv“, sagte Henry (15).

Und die Palette der Themenfelder war breit gefächert – von mehr Mülleimern über den Ausbau von Fahrradwegen sowie besseren Busverbindungen bis zur Klimatisierung einer Sporthalle. „Die Beiträge waren alle sehr konstruktiv, und viele Anregungen hätten auch so von Erwachsenen kommen können“, lobte Bürgermeister Venten. Ebenso kam aber auch der jugendliche Blick auf die Stadt zur Geltung: So waren Freiflächen für Graffiti ebenso Thema wie der Bau einer Schutzhütte als Treff für Jugendliche, die Modernisierung von Spielplätzen, die Digitalisierung der Schulen oder ein Veranstaltungskalender mit Terminen, die für Jugendliche interessant sind.

In manchen Fällen,  konnten weder Georg Westerholz, der Leiter des Jugendheims St. Andreas, und Reinhard Giese, die gemeinsam die Konferenz moderierten, noch die Vertreter der Stadt den Teilnehmern versprechen, dass sich schnell etwas ändern werde. Bei Themen wie fehlenden Mülleimern und kaputten Spielgeräten ging es darum, nochmals konkret zu erfahren, an welchen Stellen die Probleme besonders groß sind. Ansonsten wurden aber bereits mehrere Projektgruppen gebildet, zum Beispiel für den Bau einer Schutzhütte oder die Einrichtung eines Medienkanals für Jugendliche. Viele Schüler trugen sich in mehrere Gruppenlisten ein. Erste Treffen soll es in den kommenden zwei Monaten geben. Und in der ersten Woche der Sommerferien wird eine Gruppe die Skateanlage in Kleinenbroich mit neuen Graffiti-Motiven verschönern.

„Bleibt bei der Stange. Das ist eure Chance, in eurer Stadt mitzugestalten“, sagte Giese am Ende der Veranstaltung zu den Jugendlichen. Henry wird auf jeden Fall zur dritten Konferenz, die am 25. September stattfinden soll, wiederkommen. „Es ist klasse, seine eigenen Ideen einbringen zu können“, sagte er.