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Korschenbroich: Wie wirkt sich Corona auf die Niederrhein-Klinik aus?

Wie sich die Pandemie auf die Niederrhein-Klinik in Korschenbroich auswirkt : So funktioniert Reha in Corona-Zeiten

Orthopädische, onkologische und neurologische Rehabilitationen sind Schwerpunkt der Niederrhein-Klinik in Korschenbroich. Die Pandemie stellt das Haus, das zur St. Augustinus Gruppe gehört, vor Herausforderungen.

Die gute Nachricht einmal vorweg: Stationäre Rehabilitationsmaßnahmen in Korschenbroich sind auch in Corona-Zeiten möglich. Die Niederrhein Klinik passt sich der aktuellen Pandemie-Situation flexibel an.

Udo Kratel ist Geschäftsführer der Niederrhein Klinik in Korschenbroich und blickt auf ein bewegtes Jahr zurück: „Das war ein bunter Blumenstrauß, den uns das Corona-Jahr beschert hat, aber wir sind froh, dass wir in der Lage sind, alle stationären Reha-Maßnahmen in unserem Hause durchzuführen.“

Die Klinik mit 228 Betten ist schwerpunktmäßig für orthopädische, onkologische und neurologische Rehabilitationen zuständig und passt sich flexibel und andauernd allen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen an: „Wir haben ein anderes Tagessetting, und die Mitarbeiter müssen viel Zeit in vor- und nachbereitende Arbeiten investieren“, sagt Kratel.

Desinfektion, Abstandsregeln, Lüften, Testungen – die Betriebsabläufe haben sich verändert. Dennoch ist vieles möglich: Die eigentlichen Einheiten in der Physio-, physikalischen oder Ergotherapie finden normal statt, ebenso logopädische Behandlungen oder Beratungen. Die Herausforderung für die Therapeuten ist aber größer, da es immer bestimmte Dinge zu beachten und einzuhalten gilt. Inzwischen habe sich aber ein Automatismus eingestellt, berichtet Kratel.

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Das veränderte Arbeiten der Akuthäuser und die Verschiebungen von elektiven Operationen, um Kapazitäten für mögliche Coronafälle freizuhalten, hat sich mit Zeitverzögerung auch in der Reha-Einrichtung abgebildet, als sich die Anzahl der Patienten verringerte. Denn: Wenn eine Hüft-Operation ausblieb oder onkologische Therapien nur eingeschränkt stattfanden, waren die folgenden Reha-Maßnahmen obsolet. Das wird sich auch wirtschaftlich niederschlagen.

Als großen Vorteil bezeichnet Kratel die Tatsache, dass es in der Klinik nur Einzelzimmer gibt. Selbstverständlich dürfen die Patienten dort nur mit einem negativen Coronatest „einziehen“, und auch die wenigen Besucher werden engmaschig getestet. Dadurch war es möglich, Corona – im wahrsten Sinne des Wortes – vor der Türe zu halten.

Gerade immunsupprimierte onkologische Patienten bedürfen eines besonderen Schutzes und so wird auch beim Essen und in den Gemeinschaftsräumen und Fluren streng auf Abstand und Hygiene geachtet: „Eigentlich sitzt jeder Patient alleine an einem Tisch. Zusätzlich schützt eine Plexiglasscheibe vor der Übertragung von Aerosolen“, erklärt Sebastian Kuhn, Prokurist der Klinik.

Für die Patienten fällt so natürlich viel Unterhaltung und Austausch weg. Ein Umstand, der sich auch schon einmal auf die Laune auswirkt.

„Die Stimmung, die draußen herrscht, sowie die Corona-Müdigkeit wird natürlich mitgebracht. Die Menschen sind zunehmend angestrengt und genervt von der Situation.“ Dennoch reagieren die Mitarbeiter der Niederrhein-Klinik flexibel auf jede neue Bestimmung und die „Compliance der Mannschaft ist absolut hoch,“ lobt Geschäftsführer Kratel.

Das mögliche Langzeit-Risiko, dass die Verschiebungen von Operationen mit sich gebracht hat, sei noch schwer einzuschätzen. Auch die möglichen Folgen von Long-Covid werden das Gesundheitssystem belasten, prognostiziert Kratel und betont: „Viele Symptome dieser noch neuen Erkrankung kennen wir aus der Neurologie und sind hier gut darauf eingerichtet.“