Herz-Spezialisten in Korschenbroich Was bei plötzlichem Herztod zu tun ist

Korschenbroich · Um Risikofaktoren, Diagnosen und Erste Hilfe ging es bei den 17. Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in Kooperation mit dem Kreisgesundheitsamt im Rhein-Kreis Neuss.

Klärten bei den Herzwochen in Korschenbroich auf: Andreas Kremer, Peter Diegel, Ashalley Vardon-Odonkor, Prof. Michael Haude, Marc Venten, Frank Bernhöft und Mark Zellerhoff (v.l.).

Klärten bei den Herzwochen in Korschenbroich auf: Andreas Kremer, Peter Diegel, Ashalley Vardon-Odonkor, Prof. Michael Haude, Marc Venten, Frank Bernhöft und Mark Zellerhoff (v.l.).

Foto: Markus Rick (rick)

In die Abschiedsworte legte Michael Haude eine freundliche Aufforderung: „Achte auf dein Herz“. Dabei verwies der ärztliche Direktor des Zentrums für Herz- und Gefäßmedizin am Rheinland Klinikum Neuss auf das Logo der Deutschen Herzstiftung: ein Auge im Zentrum des Herzsymbols. Der Appell an die Eigenverantwortung stand unsichtbar über dem Thema Herzstillstand und plötzlicher Herztod im Rahmen der diesjährigen Herzwochen.

Schirmherr Bürgermeister Marc Venten betonte bei den 17. Herzwochen der Deutschen Herzstiftung in Kooperation mit dem Kreisgesundheitsamt die wichtige Aufklärungsarbeit. Themen des Abends waren Ursachen, Risikominderung, Erstversorgung und Therapiemaßnahmen nach plötzlichem Herztod. Moderator Andreas Kremer, Klinikmanager am Rheinland Klinikum, nannte alarmierende Zahlen: In Deutschland sterben jährlich 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod, bis zu 200.000 Menschen seien vom Herzstillstand betroffen. Auch Jüngere seien nicht ohne Risiko, so Kremer.

Häufigste Ursache für den plötzlichen Herztod sei laut Oberarzt Ashalley Vardon-Odonkor eine koronare Herzkrankheit. Das Risiko, daran zu sterben, steige mit dem Alter und sei bei Männern höher als bei Frauen. Bei Betroffenen unter 40 Jahren liege oft eine Herzmuskelerkrankung als Folge eines nicht auskurierten Virusinfekts vor, sagte er.

Frank Bernhöft, niedergelassener Kardiologe aus Neuss, nannte das Rauchen als schwerwiegenden Risikofaktor. Zum Thema Lebensstil empfahl er eine mediterran geprägte Ernährung und sportliche Betätigung. Regelmäßiges Ausdauertraining reduziere Risikofaktoren, verbessere die Lebenserwartung, steigere die Leistungsfähigkeit. Bluthochdruck, Blutfetterhöhung und Diabetes sollten frühzeitig erkannt und therapiert werden. Eine Herzerkrankung müsse konsequent behandelt werden, betonte Bernhöft.

„Sie können nichts verkehrt machen, doch sie verdoppeln und verdreifachen die Überlebenschance, wenn sie im Notfall erste Hilfe leisten. Je mehr Sie die Rettungskette ausfüllen, desto besser ist das Ergebnis“, sagte Mark Zellerhoff, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Kreis Neuss, zur Erstversorgung nach plötzlichem Herztod. Wie auf einen Herzstillstand reagiert werden sollte, erklärte er auch: Prüfen, ob der Patient bei Bewusstsein ist und atmet, den Notruf 112 wählen, andere zur Hilfe rufen sowie schnell und kräftig mit ausgestreckten Armen auf die Mitte des Brustkorbs drücken. Oberarzt Peter Diegel, von Kremer als „Elektriker des Herzens“ vorgestellt, informierte über Therapiemaßnahmen nach plötzlichem Herztod.

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