Korschenbroich: Waldfriedhof hat einen Urnenpark

Waldfriedhof: Urnenpark im Garten der Erinnerung

Die Urnengemeinschafts-Grabanlage fügt sich als Garten in den Waldfriedhof ein. Friedhofsgärtner Peter Fragen hatte die Idee dazu, er hat sie auch gestaltet. Zur Eröffnung segneten Pfarrer Zimmermann und Pfarrer Grotepaß den Ort.

Eine offene Torsituation führt vom Hauptweg des Waldfriedhofes zum geschwungenen Weg hinein in den neu eröffneten Urnenpark. Hier assoziiert eine flache Natursteinmauer augenblicklich das christliche Bildmotiv des schützend eingefriedeten Gartens. Die Gedankenverbindung ist beabsichtigt. „Mir war die Symbolik wichtig. Daher habe ich Pflanzen gewählt, die sich der Jahreszeit entsprechend entwickeln, das Leben des Gartens zeigen und zum Lebensraum der Fauna passen“, sagt Friedhofsgärtner Peter Fragen.

Er entwickelte die Idee zur gärtnerbetreuten Urnengemeinschaftsgrabanlage und gestaltete diese zum Garten der Erinnerung. Der fügt sich harmonisch in die Anlage des Waldfriedhofs ein und ist der erste Urnenpark in Korschenbroich. Fragen wählte für die Bepflanzung Gehölze, Stauden und jahreszeitlich wechselnde Blumen. Das Gesamtbild ist ausgewogen aufeinander abgestimmt. An einigen Stellen sind Tafeln in die Beete eingelassen, um Namen, Geburts- und Sterbejahr der dereinst an diesem Ort ruhenden Verstorbenen aufzunehmen.

Zur Eröffnung war der Garten der Erinnerung unter den Bäumen in ein sanftes Licht gebettet, das den Gesamteindruck hoffnungsvoll abrundete. Viele waren gekommen, darunter CDU-Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling und die stellvertretenden Bürgermeister Albert Richter und Hans Willi Türks. Peter Fragen dankte Stadt und Verwaltung für die Zustimmung und seiner Familie für die Unterstützung bei der Realisierung des Objektes. „Durch die Liberalisierung des Bestattungswesens hat sich dieses sehr geändert. Durch die Vielzahl der Möglichkeiten sind Freiräume entstanden, Felder wurden frei“, kommentierte der Friedhofsgärtner eine zunehmende Entwicklung hin zur Urnenbestattung. Vize-Bürgermeister Hans-Willi Türks betonte, dass es wünschenswert sei, wenn Verstorbene in ihrer Heimatstadt die letzte Ruhestätte fänden. Er verschwieg mit Hinweis auf hohe Bestattungskosten und stabile Friedhofsgebühren nicht die Konkurrenzsituation zu anderen Städten. Zudem merkte Türks an, dass in einer zunehmend mobilen Gesellschaft mit steigender Lebenserwartung die Nachfrage nach pflegelosen Grabstellen steige. Türks sprach die Hoffnung aus, dass das Objekt auch in anderen Stadtteilen Schule machen möge.

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„Wir kommen hier in einen Paradiesgarten“, sagte Pfarrer Marc Zimmermann unter dem Eindruck der symbolischen Bezüge in der Gartengestaltung. Der Geistliche segnete den Urnenpark. Er sprach die Hoffnung aus, dass alle Besucher beim Weg durch das Tor einen lebendigen Erinnerungsort finden mögen. Pfarrer Peter Grotepaß bekundete: „Der Gedanke an den Tod mag wie eine Einbahnstraße erscheinen, doch für mich als Christ ist der Tod keine Sackgasse“. Der Geistliche berichtete, wie er einmal im Jahr mit Konfirmanden den Friedhof besuche und diese auf den Gräbern Zeichen der Hoffnung und Erinnerung fänden.

www.urnenpark-korschenbroich.de

(anw)
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