Korschenbroich: Vereine bauen neue Theke im Alten Bahnhof Kleinenbroich

Einrichtung im Gemeinschaftsraum : Neue Theke für Kleinenbroichs Bahnhof

Mit viel Eigenarbeit haben die Vereine ihr Domizil erneuert. Fast alle Arbeiten wurden von Vereinsmitgliedern erledigt.

Dass der Bahnhof Kleinenbroich verkauft werden soll, ist nur ein Gerücht. „Wir planen, dass es hier so weiter laufen kann wie bislang,“ sagte Bürgermeister Marc Venten dazu. Anders wäre das Engagement der Vereine, die im Alten Bahnhof in der Ortsmitte eine Heimstatt gefunden haben, auch sinnlos gewesen. Sie feierten jetzt die Fertigstellung einer neuen Theke, die sie in der Hauptsache in Eigenleistung installiert hatten. Finanzielle Hilfe bekamen sie mit 4500 Euro von der Sparkassenstiftung und außerdem materielle Unterstützung im Wert von 2000 Euro vom Unternehmen Innogy. Dessen Mitarbeiter Frithjof Gerstner, Mitglied des Bundsschützen-Musikkorps Kleinenbroich, hatte das „Aktiv vor Ort“-Projekt des Unternehmens genutzt.  

Die Koordination des Projekts lag bei Bernhard Schlüter vom Männergesangverein Eintracht. „Das hat mir Freude gemacht“, sagte Schlüter, der das Projekt mit etwa zehn Freunden aus den Vereinen realisierte. Durch ihre Arbeit konnten sie knapp 7000 Euro einsparen, die ansonsten fällig gewesen wären. Tatsächliche Kosten entstanden nur für die Theke selbst. Sie wurde von einem Fachunternehmen angeliefert. „Da geht es ja auch um Gewährleistung“, sagte Frithjof Gerstner. „Den Boden, das Podest und alle Anschlüsse für Wasser und Strom haben wir selbst gemacht“, sagte Schlüter. Anders als früher verfügt die neue Theke nun auch über warmes Wasser.

Bei den Installations-Arbeiten machte Peter Höffgen mit. Er war auch schon dabei, als vor 25 Jahren die bisherige Theke im Bahnhof installiert wurde. „Damals sollte die Gaststätte Nothers im Eickerend schließen. Ich habe dem dortigen Wirt die Theke für 400 Mark abgekauft. Mit sechs Mann haben wir sie zum Alten Bahnhof transportiert und aufgebaut. Das war eine Plackerei“, erinnerte sich Höffgen.

„Der Bahnhof ist älter als die Dionysius-Kirche“, berichtete der Bürgermeister. Als Mitte der 1980er Jahre die S-Bahn kam, war der Bahnhof verzichtbar. Doch 1988 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Mitte der 1990er Jahre kaufte die Stadt den Bahnhof für eine Mark und bot sie den Vereinen zur Miete an, Mietzins war die Instandhaltung in Eigenleistung. „Ohne die Vereine hätten wir die Renovierung des Bahnhofs nicht finanzieren können,“ sagte Venten. Die Vereinsmitglieder waren es, die damals anpackten, einen neuen Boden verlegten, Tapeten verklebten, Malerarbeiten übernahmen, alle Anschlüsse legten und neue Toiletten einbauten. So entstand ein Übungsraum für Sänger und Musiker inklusive Erfrischung nach der Probe.

Einen Raum brauchten die Vereine, denn vor dem Bahnhof machten mit den Jahren immer mehr Kneipen dicht. „Früher hatten wir 14 Säle zum Proben, heute sind es nur noch zwei“, sagte Helmut Hülser. So wie den Kneipen ergeht es auch den Vereinen. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, so Hülser. Doch zunächst können sich alle an der neuen Theke erfreuen, neben dem Bundesschützen-Musikkorps und dem MGV Eintracht sind das der Heimatverein, die Musikkapelle Kleinenbroich, die Arbeiterwohlfahrt, die Seniorenstube und die Zwar-Gruppe.

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