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Korschenbroich: Verein VfB-SOS 95 hat die meisten Paten von SOS-Kinderdörfern

Korschenbroicher Verein auf Platz der SOS-Kinderdörfer-Paten : 483 Patenschaften in alle Welt vermittelt

Egon Schuh ist Vorsitzender des Vereins VfB-SOS 95 Korschenbroich. Der Verein hat erneut den ersten Platz bei den Patenschaften von SOS-Kinderdörfern erzielt. Gerne hätte Schuh in Vietnam persönlich die Spenden übergeben.

Egon Schuh hat schon viel von der Welt gesehen. Tunesien, Rumänien, Vietnam oder Thailand gehörten unter anderem zu seinen Zielen. Die Reisen des Korschenbroichers waren indes nie touristisch geprägt. Schuh ist stets im Namen des VfB-SOS 95 Korschenbroich unterwegs, der bereits mehr als 480 Kinder-Patenschaften in aller Welt vermittelt hat.

Vor kurzem hat Egon Schuh wieder so ein Schreiben bekommen – einen Brief, mit dem bestätigt wird, dass der Korschenbroicher Verein erneut den ersten Platz bei der Anzahl an Paten von SOS-Kinderdörfern einnimmt. Das ist jetzt seit 20 Jahren so und auch die Corona-Pandemie hat daran nichts ändern können.

Was sich jedoch sehr wohl geändert hat: Egon Schuh konnte wegen Corona keines der Kinderdörfer besuchen. Gerne wäre er – natürlich auf eigene Kosten – nach Thailand und Vietnam gereist.

„Die SOS-Kinderdörfer sind derzeit weltweit geschlossen“, sagt Schuh. Es klingt ein wenig so, als wolle der Vorsitzende des VfB-SOS Korschenbroich sich selbst darüber hinwegtrösten, dass er die geplante Reise nicht hatte antreten können. In Vietnam hätte er rund 10.000 Euro übergeben, hätte sich von den Fortschritten, die die Schützlinge des Vereins gemacht haben, persönlich überzeugen können. Stattdessen überwies er das Geld an die Verwaltung der SOS-Kinderdörfer in München. Diese teilt dem Verein regelmäßig mit, dass dessen soziales Engagement auf der Welt einzigartig ist.

  • Symbolbild.
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„Für dieses Jahr ist noch nichts geplant“, sagt Schuh, der aber alles andere als unzufrieden ist: „Die Steigerungsraten konnten wir beibehalten, wir haben jetzt 483 Patenkinder.“ 15 bis 17 Kids kämen jedes Jahr hinzu: „Das ist erstaunlich, aber es ist so“, sagt Schuh, der Ende Mai 74 Jahre alt wird. In den ersten fünf, sechs Jahren habe man jeweils fünf bis sechs Patenschaften übernehmen können.

Zum Jahreswechsel 2020/2021 haben Sponsoren drei neue Patenschaften ermöglicht. Von der Zentrale in München kam prompt ein Dankschreiben mit Bildern der drei Glücklichen, Suraiya, Sisa und Jasmin. Diese Jugendlichen haben allen Grund zu dem Lachen, das sie auf den Fotos zeigen. Es wurde genau der Geldbetrag überwiesen, der erforderlich ist, um die jungen Leute bis zum 21. Lebensjahr zu unterstützen. Egon Schuh kann es sich erklären, warum Menschen, die Gutes tun wollen, sich auch in schweren Zeiten für seinen Verein entscheiden: „Jeder Spender weiß, dass das Geld in voller Höhe ankommt. Unserem Verein kann man sein Geld anvertrauen.“ Und weil das so ist, geht Schuh davon aus, dass im Laufe des kommenden Jahres die fünfhundertste Patenschaft vermittelt werden kann: „Damit liegen wir weltweit seit 20 Jahren ununterbrochen an erster Stelle.“ Allein er und seine Frau Margret haben 21 Patenkindern einen guten Start in ihr Leben ermöglicht, vier Patenschaften laufen noch, aus allen Kindern ist, ihren Begabungen entsprechend, etwas geworden. „Ich betrachte unsere Arbeit auch als Einsatz für den Frieden“, sagt Egon Schuh.

Immerhin gibt es Paten in 104 Ländern. Wann immer er in einem dieser Länder vor Ort war, versucht er es zu vermeiden, in Diskussionen über die Politik in dem jeweiligen Staat verwickelt zu werden – das sei tabu. Aber er hat noch Reisepläne: Ihn zieht es unter anderem nach Israel und Jordanien. „Mich reizt es, meine Besuche in den Kinderdörfern mit der Besichtigung berühmter Sehenswürdigkeiten, die Teil des Weltkulturerbes sind zu verbinden“, erklärt Egon Schuh, der selber vierfacher Vater ist. Auch wenn er weiß, dass das Lob nicht ihm gebührt, sondern allen, die sich für eine Patenschaft entschieden haben, so freut er sich doch sehr über die positive Resonanz, bewahrt die Korrespondenz auf.