Korschenbroich: Tina Teubner zeigte Kabarett in der Aula des Gymnasiums

Kultur in Korschenbroich : Tina Teubner liefert Gesellschaftskritik mit Pfiff

Kabarettistin Tina Teubner verblüffte mit schlauen Texten und Musikeinlagen.

Wir haben es uns gut eingerichtet in unserem Leben. Alles ist durchgetaktet, wir optimieren uns selber und unsere Kinder und jagen Trends hinterher. Wir sind in eine Art Zuschauerrolle geschlüpft. Doch Kabarettistin Tina Teubner kann und will diesen Zustand nicht länger mit ansehen. „Wo ist die Leidenschaft? Wir wissen, wie es um die Welt steht und wir tun nichts. Wir klappen die Zeitung zu und sagen, es ist alles so ungerecht“, sagt sie. Gefühlt nimmt sie das Publikum gleich mehrfach an den Schultern und rüttelt es wach. Tina Teubner wünscht sich eine Revolution, das Leben wieder selbstbestimmt zu leben, wieder Lebensfreude zu entwickeln.

„Schon Tolstoi hat gesagt, jeder soll die Welt verändern.“, betont sie. Das fängt als Baby an. Schon werden Anforderungen an uns gestellt, der Optimierungswahn greift um sich. "Dreht Emil sich nicht: Zack, Frühförderung!“ Kritisch stellt Teubner die Frage: "Will man wirklich so einen optimierten Maschmeierverschnitt?“ und stellt fest: „Es gibt keine optimierten Kinder“. Vielmehr sollte man den Kinder die Freiheit lassen. Aber der Optimierungswahn macht auch vor uns nicht halt. Ob es Trends sind wie Achtsamkeit, die inzwischen auch schon in der Chefetage angekommen ist oder Diäten. Aber Spaß macht das nicht wirklich.

„Warum immer so dogmatisch?“, fragt sie. „Ich finde es unangemessen, Gott vom Thron zu stoßen und eine Gurke darauf zu setzen. Schlagen Sie über die Stränge, auch wenn es mit Folgen ist.“, empfiehlt sie. Und wie sieht es mit den Werten in unserer Gesellschaft aus? Was sind eigentlich unsere Werte? Ist es auf der Autobahn 240 zu fahren? „Ist es nicht verwerflich, dass es uns so viel besser geht? Um die Welt steht es nicht besser, aber wir tun nichts.“, betont Tina Teubner. Man muss sich entscheiden, was will man vom Leben! Das unterstreicht sie mit einem Lied. Auch der ständige Medienterror, macht die Situation für sie nicht besser.

Eindrucksvoll führt Ben Süverkrüp in einem Medley von alten Meistern und bekannten Stücken aus der Werbung oder Klingeltönen vor, was wohl wäre, wenn Haydn damals schon Facebook gehabt hätte oder Smetana? „Beethoven hat eine Freundschaftsanfrage geschickt.“ Am Ende ist das Publikum begeistert und fordert eine Zugabe. „Ich fand es sehr abwechslungsreich. Mir hat es gut gefallen.“, sagte Elruth Hüwel nach dem Auftritt von Tina Teubner.

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