Korschenbroich: Streit um die Fluglärmkommission

Flugzeuge über Korschenbroich : Streit um die Fluglärmkommission

Ausschussmitglied Gerd Sack hatte die Bemühungen der Stadt Korschenbroich infrage gestellt.

Hat die Stadt nun versucht, in die Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf zu kommen oder nicht? Amtsleiter Dieter Hoffmanns sagt "Ja", ebenso der Vorsitzende des Umweltausschusses, Wolfgang Houben von den Grünen. Für Gerd Sack, Mitglied im Umweltausschuss, steht dagegen fest: Hoffmann und Houben haben die Unwahrheit gesagt, „die Umweltausschuss-Mitglieder und die Öffentlichkeit sind belogen worden.“ Wie Sack nun in einem offenen Brief behauptet, habe sich die Stadt nicht mehrmals bemüht, in die Fluglärmkommission aufgenommen zu werden. Als Beweis legt er einen Brief des NRW-Verkehrsministeriums vom 11. Januar 2019 an die Stadt vor, in dem mitgeteilt wird, dass dort keine Akte zu einem entsprechenden Antrag der Stadt aufgefunden werden konnte.

Im Jahr 2000 stellte die Stadt am 5. April einen Antrag an das NRW-Verkehrsministerium, als „Anliegergemeinde“ in die Fluglärmkommission aufgenommen zu werden. Dies wurde am 25. Mai 2000 vom Ministerium abgelehnt. Mitglied könne eine Gemeinde nur werden, wenn die Lärmbetroffenheit einen äquivalenten Dauerpegel von 62 Dezibel A und mehr erreiche. Die 62 Dezibel A-Zone reiche im Westen nicht bis nach Korschenbroich. Am 27. Juni 2000 informierte der damalige Bürgermeister Heinz Josef Dick den Rat, dass Korschenbroich nach Ansicht des Ministeriums nicht die Voraussetzungen erfülle, Mitglied in der Fluglärmkommission zu werden.

Am 5. Februar 2004 stellte der Rat auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen erneut den Antrag auf Aufnahme in die Kommission, denn der Fluglärm über Kleinenbroich habe zugenommen. Bürgermeister Dick erinnerte damals an die Ablehnung aus dem Jahr 2000, hielt aber einen erneuten Antrag für sinnvoll. Am 1. Februar 2005 nahm die Stadt Korschenbroich Stellung zu einem Antrag des Flughafens Düsseldorf, der eine neue Betriebsregelung für eine luftverkehrsrechtliche Genehmigung wünschte. Dabei beantragte der Rat erneut, dass die Stadt Korschenbroich in die Fluglärmkommission aufgenommen werden sollte. Am 14. April 2005 informierte der Beigeordnete Rudolf Graf, dass der Antrag wiederum abgelehnt worden sei.

Die Stadt hat sich demnach entgegen Gerd Sacks Vermutung um Aufnahme in die Fluglärmkommission bemüht. Ihre Anträge wurden aber stets abgelehnt.