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Korschenbroich: Straßen.NRW plant Einbahnstraßenregelung während Radwegsanierung an der L 382

Stadt Korschenbroich kritisiert Planung von Straßen.NRW : „Abenteuerliche Verkehrsführung“ wegen Radwegsanierung

Als „Rüttelstrecke“ oder als ideal für die „Gesäßmassage“ wird der Radweg an der L 382 zwischen Pesch und Liedberg seit Jahren kritisiert. Nun soll er endlich saniert werden. Doch an der Einbahnstraßenregelung vom Landesbetrieb Straßen.NRW gibt es deutliche Kritik.

Seit Jahren ist der Radweg an der Landstraße 382 zwischen Pesch und Liedberg ein einziges Ärgernis. Daher war grundsätzlich die Freude groß bei den Mitgliedern des Planungsausschusses, als sie von dem Beigeordneten Georg Onkelbach erfuhren, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW diesen in der Zeit vom 2. bis 24. Oktober sanieren will.

„Doch für die einfache Sanierung des Radwegs werden wir eine sehr umfassende Einbahnstraßenregelung haben“, erklärte Onkelbach. Als er die Skizzen des Landesbetriebs dem Ausschuss zeigte, reagierten einige der Kommunalpolitiker mit Gelächter. Denn in den drei Wochen der Radwegsanierung werde es beispielsweise nicht möglich sein, ab der Ecke Drölsholz in die L 382 abzubiegen, so Onkelbach. Und wer zum Beispiel aus der Peter-Gens-Straße in Pesch kommend nach Korschenbroich will, müsse bis Liedberg, Drölsholz, und dann nach Kleinenbroich fahren, um so nach Korschenbroich zu gelangen.

Auf Nachfrage bestätigte der Landesbetrieb schriftlich: „Der Verkehr in Fahrtrichtung Pesch wird umgeleitet über die K35 Drölsholz/L381 Raitz-von-Frentz-Straße/Kleinenbroicher Straße.“ Onkelbach befürchtet, dass Einheimische in dieser Zeit zunehmend die Schleichwege benutzen werden. „Wir haben versucht, mit dem Landesbetrieb darüber zu reden, doch der kommt uns mit Arbeitsschutzvorschriften.“

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Auf Anfrage beim Landesbetrieb Straßen.NRW erklärt eine Sprecherin, dass diese Verkehrsführung notwendig sei, weil der am Radweg angelegte Fahrstreifen auf voller Länge zur Belieferung der Baustelle und als Einsatzbereich der Baugeräte benötigt werde. „Die Maßnahme, die Verkehrsführung sowie die Einbahnstraßenregelung sind im Vorfeld abgestimmt worden und die örtlich Beteiligten, darunter auch die Stadt Korschenbroich, haben der geplanten Verkehrsführung mit Einbahnstraßenregelung zugestimmt.“

Der Landesbetrieb halte sich nicht daran, „was wir von Baufirmen verlangen – nämlich in abschnittweisen Arbeitsschritten zu arbeiten“, kritisierte dagegen Onkelbach. Er ist überzeugt, dass es erhebliche Beeinträchtigungen geben werde.

Grundsätzlich begrüße die Stadt aber, dass die Sanierung endlich erfolge. „Als „Rüttelstrecke“ hatte Hans-Willi Türks, stellvertretender Bürgermeister von Korschenbroich, den Radweg bereits 2019 bezeichnet. Onkelbach wurde noch deutlicher: Der Weg eigne sich hervorragend für eine „Gesäßmassage“. Türks sagte im Ausschuss: „Es ist unstrittig, dass der Radweg gemacht werden muss. Doch diese Verkehrsführung ist abenteuerlich.“