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Korschenbroich: Stefan Vörding ist der neue Dirigent im Stadtorchester

Stefan Vörding dirigiert in Korschenbroich : Der neue Kapitän der MS Stadtorchester

Seit Februar dirigiert Stefan Vörding bei den Korschenbroicher Musikern. Kurz nach seinem Arbeitsbeginn kam der Lockdown. Doch mittlerweile haben die Proben wieder begonnen und auch das erste Konzert des Neuen steht an.

Die Aula des Gymnasiums Korschenbroich wirkt an diesem Donnerstagabend total überfüllt. Dabei sind es nur gut 40 Frauen und Männer, die sich dort mit gebührendem Abstand voneinander ausgebreitet haben. Allerdings sind es noch einmal genauso viele Instrumente, die sie mitgebracht haben. Blasinstrumente, um genauer zu sein. Über den „Ausgängen“ der Blasinstrumente sind fantasievolle „Plopschütze“, wie es amtlich heißt, angebracht. Nur das Schlagzeug darf ungeschützt bleiben. Da entdeckt man eine Alltagsmaske über dem Saxophon oder auch mal einen dünnen Schal – meist aber sind es kleine Nylonsöckchen, die die Verbreitung möglicher ansteckender Aerosole verhindern sollen. Und vor allem: es möglich machen, dass sich das Stadtorchester Korschenbroich zu seinen Proben treffen kann.

Was aus den verschiedensten Gründen ganz wichtig ist. Abgesehen davon, dass das Spielen und Proben zum Lebenselixier der Musiker gehört, steht bald ein Konzert an und last but not least: Das Stadtorchester Korschenbroich hat einen neuen Kapitän, mit dem es sich im Herbst auf eine große Reise begibt.

Der neue Kapitän, auch Dirigent genannt, heißt Stefan Vörding. Sein Vorgänger, Thomas Lindt, musste Ende letzten Jahres aus beruflichen Gründen seine Tätigkeit als Dirigent aufgeben. Über persönliche Kontakte kam der 29-jährige Stefan Vörding ins Spiel. Fünf Mitbewerber gab es, doch eigentlich passte nur Vörding. „Er kam, dirigierte und siegte“, könnte man sein Probedirigat bezeichnen.

„Ich war gar nicht auf der Suche“, erzählt Vörding. Er ist in Ahaus geboren. Die Trompete spielt er, seit-dem er sechs Jahre alt ist. Bis zu seinem Konzertexamen 2019 hat er an den Musikhochschulen in Hannover und Düsseldorf Trompete studiert. Er unterrichtet in Mönchengladbach an der Musikschule. Außerdem leitet er dort das Jugendblasorchester. „Wäre das Niveau des Orchesters und das Zwischenmenschliche der Musiker nicht so toll gewesen, hätte ich das Angebot nicht angenommen“, sagt er.

So trat er am 1. Februar seinen neuen Job an. Bis Mitte März konnte Vörding sein Orchester mit neuen Stücken begeistern. Dann kam der Lockdown. „So haben wir erst einmal gar nichts mehr gemacht“, beschreibt Vörding die Arbeit mit dem Orchester. Nach den Osterferien schließlich gab es ein gemeinsames Online-Meeting der Musiker. „Danach hatten wir großes Glück“, berichtet Michael Hirnstein. „Wir konnten draußen auf dem Hof des Betriebes eines Mitarbeiters proben.“ „Wir konnten proben, wir waren glücklich“, fasst er zusammen.

Die Proben sind momentan sehr wichtig, denn in zwei Wochen finden die beiden großen Herbstkonzerte statt. „Das Konzert am 1. Mai wurde uns gestohlen“, sagt Vörding, umso mehr freuen sich die Musiker auf den 10. und 11. Oktober. Dann heißt es „Musik in Sicht“. „Eine Kreuzfahrt ohne CO2-Ausstoß mit der MS Stadtorchester“, sagt Hirnstein lachend. „Wir wollten das Herbstkonzert nicht ausfallen lassen, vor allem, weil es der Einstieg für Vörding ist.“ Also tüftelte der Vorstand die Idee eines Open-Air-Konzerts aus. „Stücke, die verschiedene Länder und die Atmosphäre einer Kreuzfahrt vermitteln, stehen auf dem Programm“, erklärt Meike Wehner. Hinzu kommen wohl wieder anekdotische Elemente. Man darf also auf die musikalische Kreuzfahrt sehr gespannt sein.