Korschenbroich: Stadt belohnt Entsiegelung von Gärten mit Zuschuss

Korschenbroich belohnt Entsiegelung von Gärten : Entschotterprämie für den Klimaschutz

Wer in Korschenbroich seine Gartenfläche entsiegelt, kann 2020 von einem Zuschuss der Stadt profitieren. Ingesamt 25.000 Euro stehen dafür zur Verfügung.

Wenn es um Beton-, Kies- oder Schottergärten geht, sind die Meinungen meist recht eindeutig. Derartige Vorgärten seien hässlich, schlecht für die Umwelt, schlecht fürs Klima. Dennoch gibt es immer mehr Menschen, die ihre privaten Grünflächen versiegeln. Häufig ist es eine Frage der Bequemlichkeit. Steine machen weniger Arbeit. In Korschenbroich soll dagegen nun ein Zuschuss der Stadt helfen.

Wer im neuen Jahr Grünflächen entsiegelt, kann dazu Geld beantragen. Die Förderhöhe beträgt bei versiegelten Flächen 5 Euro und bei teilversiegelten Flächen wie wassergebundenen Wegen, Schotter- oder Kiesflächen 2,50 Euro pro Quadratmeter. Zuschüsse sind ab einer Fläche von zehn Quadratmeter möglich. Insgesamt 25.000 Euro stehen dafür im städtischen Haushalt bereit.

„Schottergärten nehmen immer mehr zu“, sagt Theo Verjans vom Amt für Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung der Stadt Korschenbroich. Derzeit sehe er keinen Trend, wieder mehr auf Grünflächen zu setzen. „Dabei wäre das wichtig für den Insekten- und den Klimaschutz“, sagt Verjans. Insbesondere in bebauten Ortslagen können blühende Gärten das Kleinklima verbessern und der Entstehung von Hitzeinseln entgegenwirken. Auch auf Flora und Fauna, natürliche Böden und selbst das Grundwasser hätte dies positive Auswirkungen. Der Kanal würde so entlastet, die Hochwassergefahr gemindert und die Grundwasserneubildung gefördert. „Alle reden vom Klimaschutz, aber es verändert sich trotzdem nichts“, sagt Verjans.

Die Entsiegelung der Vorgärten sei nur ein Baustein, betont er. Dach- und Fassadenbegrünung seien weiteren Ansätze, um die Stadt umweltfreundlicher zu gestalten. Auch werde der Zuschuss nicht die gesamten Kosten für einen Umbau decken. „Wir wollen einen Anreiz schaffen“, sagt Verjans. „Damit der Trend zu Steingärten endlich umgekehrt werden kann.“

Die Initiative der Stadt bezieht sich speziell auf Flächen, an denen im Bebauungsplan nicht eh eine Begrünung festgelegt ist. „In den Neubaugebieten können wir das von vornherein festschreiben“, sagt Verjans. Bei Altbestand habe die Stadt rechtlich nur wenig Handhabe. Deshalb will sie Anreize schaffen.

Selbstverständlich betrifft die Prämie dabei nicht allein Vorgärten. Überall dort, wo auf privat oder gewerblich genutzten Stellen Grünflächen entstehen, sind diese generell zuschussfähig. Dabei können die geschaffenen Vegetationsflächen vielfältig sein. Seien es nun Staudenbeete, Gehölzflächen oder Wildblumenwiesen. Alles, was der städtischen Flora und Fauna zu Gute kommt, wird von der Stadt unterstützt.