Korschenbroich: Sprache ist Heimat - Kommentar zur Mundartoffensive

Kommentar zur Mundart-Offensive : Sprache ist Heimat

Die junge Generation beherrscht das Platt nicht mehr so gut, wie noch ihre Eltern oder Großeltern. Warum dabei ein wichtiges Kulturgut verloren geht.

Jeder dürfte schon einmal diesen Moment erlebt haben, wenn sein Gegenüber plötzlich die Sprache wechselt. Weil die Großmutter anruft oder er einen alten Freund auf der Straße trifft. Ich selbst bin solch ein Sprachenwechsler. Zwar bin ich zum Studium nur vom einen ans andere Ende des Rheinlands gezogen. Doch schon dort fiel ich auf. Immer dann, wenn ich mit meinem Vater telefonierte, veränderten sich meine Betonungen. Ich sagte Wörter, die ich sonst niemals verwendete. Wörter, die meine Freunde nicht verstanden. Kurz: Ich redete Platt. Oder zumindest versuchte ich es. Denn so wirklich gut können das in meiner Generation die wenigsten noch. Dabei ist Sprache ein großes Identifikationsmerkmal. Niemand sieht mir an, aus welcher Ecke Europas ich denn komme. Aber das geschulte Ohr hört sofort: Rheinland. Es sind auch die Dialekte, die eine Region, einen Ort ausmachen. Insofern ist es nur begrüßenswert, dass sich Korschenbroich dieses Stück Heimat bewahren will. mlat