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Korschenbroich: Sportkurse für Frauen

Sport in Korschenbroich : Ein Fitnessstudio nur für Frauen

Seit zehn Jahren gibt es in Korchenbroich das Fitness-Studio Mrs. Sporty. Die Betreiber sehen sich als Alternative zu den großen Ketten am Stadtrand. Die älteste Dame, die dort trainiert, ist 84 Jahre alt. Das passt zum Konzept des Studios.

Kann man 20 Jahre lang 40 bleiben? Sind Muskeln wahre Schönmacher und die beste Naturkosmetik? Das sind Werbeversprechen der Fitnesskette Mrs. Sporty. Vor zehn Jahren sorgte die Fitnesstrainerin Kerstin Baas (48) als Franchisenehmerin dafür, dass Mrs. Sporty auch nach Korschenbroich kam – an die Rheydter Straße 1-3. Ihren Mann, Michael Baas (57), kannte sie damals sechs Monate. Der kam zwar nicht aus der Branche, hatte Bekleidungstechnik studiert, war aber von dem Konzept angetan. Die Entscheidung, einen eigenen Frauen-Fitnessclub zu eröffnen, haben die Eheleute Baas keine Minute bereut.

Michael Baas weist darauf hin, wie gut Mrs. Sporty in die Zeit passt: „Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eineinhalb Stunden Sport pro Woche, verteilt auf drei Mal.“ Das funktionale Training von Mrs. Sporty erfordert nur einen verhältnismäßig geringen Zeitaufwand – zweimal pro Woche 30 Minuten würden schon einiges bringen. Dass sich Kerstin und Michael Baas so lange in Korschenbroich behaupten konnten, ist aus ihrer Sicht nicht überraschend: Sie sehen sich als Alternative zu den großen Studios am Rande der Stadt. „Bei uns trainieren nur Frauen, hier gibt es keine Gaffer“, sagt Michael Baas. Sie könnten durch die Innenstadtlage zu Fuß oder mit dem Rad kommen und mit minimalem Aufwand etwas für Herz, Kreislauf und Beweglichkeit tun. Dass die Übungen besonders intensiv sind, sieht man daran, dass sie alle im Stehen absolviert werden. So werden in kurzer Zeit besonders viele Muskeln beansprucht.

Worauf die Eheleute Baas besonders stolz sind: „Vor fünf Jahren war Mrs. Sporty des Jahres eine Frau, die bei uns trainiert.“ Sie hatte durch das Training 54 Kilo abgenommen, passte statt in Kleidergröße 56 fortan in 36 – und kommt immer noch zum Training. „Es geht darum, die Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu erhalten – ich kenne Frauen, die bei uns trainieren und sich freuen, wieder Fahrrad fahren zu können“, sagt Kerstin Baas. Frauen um die 50 gibt sie gerne folgendes zu verstehen: „Die Figur einer 18-Jährigen bekommen Sie nicht mehr – und sie brauchen sie auch nicht.“ „Ein Arzt hat das Trainingskonzept entwickelt, weil seine Patientin, die regelmäßig bei uns trainiert, plötzlich deutlich bessere Blutwerte hatte“, erzählt Michael Baas. Die persönliche Betreuung steht im Mittelpunkt. „Wenn eine Frau zwei Wochen nicht bei uns trainiert hat, kriegt sie einen lieb gemeinten Betreuungsanruf.“ Ohne diesen Anruf, da ist sie sich sicher, wäre so manche Frau auf dem Sofa sitzen geblieben.

Eigentlich waren ursprünglich Frauen ab 50 die Zielgruppe. Die Realität sieht so aus: Das jüngste Mitglied ist 15, das älteste 84 Jahre alt. Die Zahl der Mitglieder ist ein Betriebsgeheimnis. Kein Geheimnis ist die Betreuung, zum einen durch Trainerinnen, zum anderen aber auch durch modernste Trainingstechnologie. Jedes Mitglied ruft mit ihrem individuellen QR-Code ihr persönliches Trainingsprogramm auf, die Übungen wechseln im Ein-Minuten-Takt, der Computer wertet die Übungen aus. „Die Frauen wollen immer an die 100-Prozent-Marke“, sagt Kerstin Baas.