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Korschenbroich: SPD stellt Pläne für energetische Stadtentwicklung vor.

Grundsatzpapier zur Stadtentwicklung : SPD wirbt für ein nachhaltiges Korschenbroich

Die SPD-Stadtratsfraktion hat ein Papier zur energetischen Stadtentwicklung verabschiedet. Und denkt dabei in großen Maßstäben.

Knapp zwei Wochen ist es her, da hatte die SPD Korschenbroich nach monatelanger Beratung ihren „Korschenbroicher Klimaplan“ verabschiedet. Jetzt legt die Stadtratsfraktion der Sozialdemokraten nach. Ein eigener Arbeitskreis hat ein Grundsatzpapier zur energetischen Stadtentwicklung erarbeitet. Hierin skizziert die SPD-Fraktion, wie es langfristig mit Korschenbroich weitergehen soll.

„Überall wird vom Klimanotstand gesprochen“, sagt SPD-Fraktionsmitglied Stefan Baues. „Unser Ansatz war: Wie können wir Klimaschutz in der Stadtentwicklung konkret umsetzen.“ Baues ist die treibende Kraft hinter dem neuen Grundssatzpapier. Er hat es verfasst, das Zusammenwirken im Arbeitskreis Stadtentwicklung koordiniert. Der SPD geht es dabei um einen umfassenden Ansatz. Einzelmaßnahmen seien eine gute Sache, sagt Baues. „Wir wollen jedoch das große Ganze sehen. Eine Vision entwickeln, anhand der Frage: Wie sieht es in 30 Jahren aus?“

Um an diesen Punkt zu kommen, sei es zunächst nötig, eine Bestandsprüfung durchzuführen. Wie steht Korschenbroich da? Was sind die Herausforderungen? Wie können diese stadtplanerisch gelöst werden? Verkehr, CO²-Emissionen, Stromerzeugung, Deckung des Wärme- und Kältebedarfs in Gebäuden. Es geht darum, die großen Fragen zu besprechen und, wenn möglich, zu lösen. „Wir wollen als SPD einen weiteren Beitrag für ein klimafreundliches Korschenbroich mit konkreten Handlungsansätzen leisten“, sagt der Stadtverbands-Vorsitzende Udo Bartsch.

Zunächst sei es dabei wichtig, einen Stadt-Energieleitplan zu entwickeln. Mit dem Ziel den Co²-Ausstoß in den Bereichen Strom, Wärmerzeugung und Verkehr zu reduzieren. Danach soll es immer kleinteiliger werden: Flächennutzungsplan, Stadtteil-Energieleitplan, Quartier-Energieleitplan. Bis die Ideen schließlich in konkrete Bauvorhaben umgesetzt werden.

Die SPD fordert ein Umdenken in der Stadtbauplanung. Bestehende Stadtteile soll energieoptimiert, Gebäudebestand saniert werden. „Neubau bedeutet immer auch Energieverbrauch“, sagt Baues. „Sparen kann man nur im Bestand.“ Wenn es darum geht, neuen Wohnraum zu erschließen, sollten die Kern-Siedlungsflächen erweitert werden. Mit Blick auf mehr Grünflächen, mehr Spielplätze, mehr Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien.

Geht es nach den Sozialdemokraten, soll Korschenbroich eine Stadt der kurzen Wege werden. Ein besseres Nahversorgungsangebot soll Verkehr vermeiden. Und das Radwegenetz und das ÖPNV-Angebot verbessert werden. So stand es bereits im „Korschenbroicher Klimaplan.“ Neu ist die Idee, wie dies gelingen könnte. Die SPD will eine „Plattform für den interkommunalen, regionalen und überregionalen Dialog“ schaffen. Und neue Verkehrskonzepte entwickeln.

Mit Blick auf den Klimaschutz ist es auch wichtig, die Art der Energieerzeugung umzustellen. Natürlich spielt auch das im SPD-Stadtentwicklungsplan eine Rolle. Mit viel altbekannten Ideen und einer für Korschenbroich neuen: Geothermie. Vor allem unterhalb von Pesch befinden sich laut dem Geologischen Dienst des Landes NRW ergiebige Erdwärmespeicher. „Wie sollten anfangen diese zu nutzen“, heißt es im Grundsatzpapier.

Nun ist der Klimagedanke die treibende Kraft bei der SPD. Das verdeutlicht Baues, das verdeutlichen auch die Ausführungen des SPD-Stadtverbands, der sich dem Grundsatzpapier angeschlossen hat. Es gibt allerdings in dem Konzept auch Punkte, die nicht direkt mit dem Klima zu tun haben, sondern mit sozialen Fragen. So fordert die SPD eine Steigerung der Wohneigentumsquote getreu ihrem Dogma „Bezahlbarer Wohnraum für alle“. „Wir haben einen sehr geringe Wohneigentumsquote, dabei wird Eigentum in Korschenbroich gesucht“, sagt Baues. Er fordert, dass die Stadt hier aktiv wird. Selbst baut, selbst verkauft, an der Wertschöpfung teilhat. „Wir werden in der nächsten Legislaturperiode die städtischen Möglichkeiten dazu nutzen die Kaufpreisexplosion der letzten Jahre (...) einzudämmen“, heißt es dazu im Grundsatzpapier.

Die SPD hat sich viel vorgenommen. Das bedeutet mehr Personalaufwand, weswegen die Partei bereits mehr Mitarbeiter in der Stadtbauplanung vorgesehen hat. Das bedeutet auch allgemein: Mehr Kosten. Das weiß die SPD. Das weiß auch Baues. Er gibt aber auch zu Bedenken: „Was sind die Folgekosten, wenn wir es nicht machen?“

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