Korschenbroich: So war das Schützenfest in Liedberg

Schützenfest in Liedberg : Kreative Klompen und viel Erfahrung

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft feierte am Wochenende Schützenfest. König Hans-Willi Karls war schon einmal Majestät in Pesch. Beim Klompenball im Festzelt gab es schön buntes Schuhwerk zu bewundern.

Es ist einer der vielen feierlichen Programmpunkte der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in diesen Tagen: der Klompenball in Liedberg. Das Festzelt ist schon früh gefüllt, mit den Schützen und ihren Familien. Viele Frauen und Kinder tragen traditionell bunt geschmückte Klompen – Holzschuhe wie man sie aus den Niederlanden kennt. Nach einem kleinen Warm-Up sorgt die Roland-Brüggen-Band für gute Stimmung. Viel muss man da aber gar nicht tun. Denn durch die mit Höhepunkten gespickten letzten Tage des prunkvollen Schützenfestes ist die Stimmung sowieso schon – wie es in Liedberg eben Tradition ist – auf einem sehr hohen Niveau.

Los ging der Spaß bereits am Samstag mit gleich vier Paraden: „Jeweils zwei führten durch Drölsholz und Steinhausen“, erklärt Ehrenbrudermeister Josef Schnock. Vier prachtvolle Schimmel zogen vorne weg. Schützen aus Pesch sind der Einladung des diesjährigen Liedberger Schützenkönigs Hans-Willi Karls und seiner Königin Karina gefolgt und zogen gemeinsam mit den Nachbarn durch die Straßen. Bei gutem Wetter erfreuten sich viele Besucher am Straßenrand und an den Fenstern der festlichen Paraden, die Teilnahme war wie gewohnt sehr groß. Nach dem Antreten beim König ging es dann zum Tanzvergnügen und ersten Königsball ins Festzelt. Die Cover-Band „Farbton“ sorgte im Festzelt für eine sehr gute Stimmung bis spät in den Abend hinein. „Dieses Jahr waren erfreulicherweise wieder viele junge Leute im Festzelt dabei“, so Schnock, der sich immer über das Interesse der Jugend am Brauchtum freut.

Klompen sind zwar kreativ, doch im Zelt darf man sie ausziehen. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Aber wer lange feiern kann, der kann auch früh aufstehen, wie man so schön sagt. Das muss wohl das Motto beim großen Wecken um sechs Uhr am Sonntagmorgen gewesen sein. Bei einem elf Kilometer langen Marsch holte Schriftführer Patrick Hoster seine Schützenkollegen aus den Federn. „Insgesamt haben sich alle an diesem Wochenende sehr vorbildlich verhalten. Es ist alles nach Plan verlaufen“, zieht Hoster ein vorzeitiges Fazit. Nach dem Antreten stand das erste Hochamt in der Liedberger Kirche auf dem Plan. Traditionell wurde im Anschluss den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs auf dem Liedberger Ehrenfriedhof gedacht. Ein besonderer Höhepunkt für das Königspaar war auch in diesem Jahr wieder die große Parade samt Zapfenstreich auf dem Marktplatz. König Karls hatte 2005 bereits die Ehre, in Pesch Schützenkönig zu sein. „Man kennt also schon die Abläufe und weiß, worauf man sich einlässt“, erklärt der Schützenkönig. Trotzdem sei dieses Amt eine besondere Ehre. Am Abend erwartete den König der zweite Ball mit vielen Ehrengäste und natürlich einigen Tänzen.

Manche Klompen bilden einen ganzen Schützenzug ab. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)
Der Klompenball ist stets der große Tag der Damen. Foto: Reichartz,Hans-Peter (hpr)

Rund um das Schützenfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft gibt es wieder die Kirmes mit Fahrgeschäften und Grillbuden, an denen sich viele während der Festlichkeiten im Zelt eine kleine Stärkung genehmigen. Heute wird es ab 17 Uhr den Vogelschuss im Zelt geben, bei dem der neue König ermittelt wird. Der dritte Königsball beschließt dann am Abend das diesjährige Schützenfest in Liedberg. Der Eintritt ist für Jedermann frei.

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