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Korschenbroich: So könnte Klimawandelvorsorge in der Stadt aussehen

Vortrag im Umweltausschuss : So könnte Klimawandelvorsorge in Korschenbroich aussehen

Joris Allofs von der Region Köln/Bonn warb im Umweltausschuss dafür, dass sich die Stadt auf in Zukunft drohende Extremwetterereignisse vorbereiten solle.

Es ist eine sehr vielfältige Landschaft, für die Joris Allofs zuständig ist. Die Region Köln/ Bonn umfasst die Ballungsgebiete am Rhein, das deutlich dünner besiedelte Bergische Land und an ihrem äußersten südwestlichen Zipfel auch die Stadt Korschenbroich.

Dort stellte der Projektmanager im Umweltausschuss Ansätze für eine angemessene Klimawandelvorsorge vor. „Wir benötigen eine regionale Klimaanpassungsstrategie“, sagte Allofs. Viele Kommunen redeten über Klimaschutz, wenige über Klimaanpassung. „Das hat nicht die Wertschätzung erfahren, die eigentlich notwendig wäre.“ Zwei Schwerpunkte seien in diesem Zusammenhang laut Allofs in Korschenbroich von besonderer Bedeutung, vier weitere ebenfalls relevant. Ein Überblick.

Thermische Belastung der Siedlungsbereiche „Die Anzahl der heißen Tage in Korschenbroich wird sich in den nächsten Jahren vermutlich verdoppeln“, sagte Allofs. Statt vier bis acht werde es dann acht bis 16 Tage mit Durchschnittstemperaturen von über 30 Grad geben. Grünräume seien wichtig, um dagegen vorzugehen. Allofs empfiehlt der Stadt in Siedlungsbereichen mit Pflanzen und Wasser zu arbeiten, Plätze zu beschatten. Auch die bereits angestoßenen Maßnahmen gegen Schottervorgärten seien in diesem Zusammenhang sinnvoll.

Trockenstressrisiko in der Landwirtschaft Teile Korschenbroichs seien auch durch Trockenheit gefährdet. Gerade für die Landwirtschaftsbetriebe kann das existenzbedrohend werden. „Eine ausreichende Wasserversorgung ist die kurzfristige Lösung“, sagte Allofs. Langfristig müsse überlegt werden, die Sorten entsprechend ihrer Klimaresistenz anzupassen und das Wasser effizienter zu nutzen.

Weitere Gefahren Während die Region Köln/Bonn die beiden zuvor genannten Risiken für Korschenbroich als „sehr groß“ einschätzt, gilt für die übrigen Punkte „nur“ eine hohe Gefährdung im Stadtgebiet. So sei die Spätfrostgefährdung im Obstbau lediglich in kleineren Teilen des Stadtgebiets ein Thema. Ursache ist hier der frühere Vegetationsbeginn in Folge des Klimawandels. So wird auch pflanzenschädigender Spätfrost wahrscheinlicher.

Zudem gilt das Trockenstressrisiko in einem Teil der Korschenbroicher Waldflächen als hoch, jedoch laut Allofs nicht so extrem wie in anderen Regionen. Außerdem können Niedrigwasser am Rhein die Niers negativ betreffen. Bei einem extremen Jahrhunderthochwasser sei auch eine Überflutung kleinerer Siedlungsbereiche in Korschenbroich denkbar.