Korschenbroich: So denken CDU und SPD in Korschenbroich über die Groko

Umfrage bei Korschenbroicher CDU und SPD : So denkt die kleine über die große Groko

In Berlin streitet sich die Große Koalition regelmäßig darüber, ob sie überhaupt weiterhin gemeinsam regieren möchte. In Korschenbroich hingegen arbeiten CDU und SPD ruhig zusammen. Das raten die Politiker ihre Parteifreunden.

Seit vergangenen Freitag sind Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die neuen Vorsitzenden der SPD. Schon ihr Sieg beim Mitgliederentscheid gegen Klara Geywitz und Olaf Scholz sorgte im politischen Berlin für Unruhe. Der „Linksruck“ in der SPD gefährde den Fortbestand der Großen Koalition, hieß es. Wieder einmal. Deutlich ruhiger geht es bei den Parteikollegen in Korschenbroich zu. Dabei stellen auch hier CDU und SPD die Mehrheit. Was sagen die Politiker zum Groko-Streit? Eine Umfrage.

Marc Venten

CDU-Bürgermeister

„Ich gehe davon aus, dass die Groko bis zum Ende durchhalten wird“, sagt Marc Venten. Grundlage hierfür sei der Koalitionsvertrag. Nachverhandlungen steht Venten skeptisch gegenüber. „Mit dem bestehenden Vertrag ist viel erreicht worden. Der sollte dann bis zum Ende auch Bestand haben“, sagt er. Aus Korschenbroicher Sicht hoffe er darauf, dass endlich ernsthaft Bürokratie abgebaut werde. Hier sei noch zu wenig erreicht worden. Bestens vertraut ist Venten auch mit dem Thema „schwarze Null“. Muss doch Korschenbroich als Stärkungspakt-Kommune selbst einen strengen Rahmen einhalten. „Investitionen halte ich für richtig und wichtig“, sagt Venten. Dass heiße aber nicht, dass die Bundesregierung dafür die „schwarze Null“ aufgeben muss.

Albert Richter

SPD-Fraktionschef

„Wenn ich in die Opposition gewollt hätte, wäre ich nicht in die Politik gegangen“, sagt Albert Richter. Das gelte für Korschenbroich, wo die SPD laut Richter mit der CDU ruhig und gut zusammenarbeite. Das gelte aber auch für die Bundesregierung. Es komme darauf an, gute Arbeit zu leisten. Und nicht immer wieder über den Fortbestand der Koalition zu diskutieren. Zudem müsse die SPD ihre Erfolge besser kommunizieren. Bei der SPD-Mitgliederbefragung hatte Richter ein anderes Favoritenpaar. „Ich habe Olaf Scholz und Klara Geywitz gewählt“, sagt er. Er habe das erfahrene Paar dem unerfahrenen vorgezogen. Ihn ärgere es, dass die Partei auf ihre Führung gerne draufhaue. Statt auf altbewährte Kräfte zu setzen.

Udo Bartsch

SPD-Stadtverbandsvorsitzender

Richters Parteikollege Udo Bartsch war mit dem Ergebnis der Mitgliederbefragung hingegen zufrieden. Im ersten Wahlgang habe er andere Favoriten gehabt, sagt er. Aber als es in der Stichwahl darauf ankam, hat Bartsch Esken und Walter-Borjans gewählt. „Ich wollte einen Politikwechsel innerhalb der SPD“, sagt er. Mit Olaf Scholz hätte es den nicht gegeben, ist er überzeugt. „Dass heißt allerdings nicht, dass ich das Ende der Groko möchte“, sagt Bartsch. Es seien ohnehin nur noch zwei Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl. Ihm und vielen seiner Genossen sei es wichtiger, wie sich die Partei für die Zeit danach programmatisch aufstelle. Dass sie ihr soziales und ökologisches Profil schärfe.

Thomas Siegers

CDU-Fraktionschef

„Wir haben ja in Korschenbroich schon seit einigen Jahren eine erfolgreiche Kooperation zwischen CDU und SPD“, sagt Thomas Siegers. Auch die Groko in Berlin sei besser als ihr Ruf, findet er. Siegers glaubt, dass auf Grundlage des Koalitionsvertrags weiter gute Arbeit geleistet werden könne. „Dieser sollte auch nicht öffentlich in Frage gestellt werden“, sagt er. Wenn es Gesprächsbedarf gebe, sollten sich die jeweiligen Parteispitzen beraten. „Ich bin sicher, dass sie dann zu einem guten Ergebnis kommen“, sagt er. Daher geht Siegers auch davon aus, dass die Koalition bis zum regulären Ende der Legislaturperiode halten wird. „Ich glaube, beide Parteien werden zu dem Schluss kommen, dass es besser ist, die Koalition fortzuführen“, sagt er.