Korschenbroich: Seminar mit Hobbybrauer Glenn Gloy in Gaststätte Vennen

Seminar in der Gaststätte Vennen : Einblicke in die komplexe Welt des Bierbrauens

Hobbybrauer Glenn Gloy aus Steinhausen führte in der Gaststätte Vennen erstmals durch ein dreistündiges Seminar. Die Teilnehmer konnten den anschaulichen Erläuterungen folgen – und erhielten am Ende auch ein Diplom.

Glenn Gloy aus Steinhausen ist Bierkenner, Bierliebhaber – und seit 13 Jahren auch Bierbrauer. Sein Ausstoß ist auf 200 Liter pro Jahr begrenzt. In der Gaststätte Vennen gab der 55-Jährige, der sein Geld als mobiler Augenoptiker verdient, seine Erfahrungen erstmals weiter. 20 Seminarteilnehmer wollten sich das nicht entgehen lassen. Ihnen dürfte nach rund dreistündiger Unterweisung auch völlig unabhängig vom Bierkonsum ganz schön der Kopf gebrummt haben wegen des vielen Wissens, das Gloy ihnen vermittelte. Er tat dies aber auf sehr anschauliche Weise, und zur Belohnung gab es zum Schluss das „Bierkenner-Diplom“.

„Vennen“s Kellerbier“ nennt Gloy das Resultat seiner an der Krefelder Volkshochschule erworbenen Braukenntnisse. Da das am Freitag gebraute Bier jetzt eine Woche in Ruhe vergären, eine Woche lagern und weitere sechs Wochen liegen muss, hatte der Hobbybrauer Gerstensaft zur Verkostung mitgebracht, der diese Prozesse bereits hinter sich hat. Zu den Utensilien gehörten ein Abläuterbottich mit Sieb und ein Maischekessel. Anfänger konnten ihren Wortschatz um Begriffe wie „Rast“, „Vorderwürze“ und „Stammwürze“ erweitern.

Das Timing war perfekt: Rüdiger Altmann aus Neuss, gelernter Bierbrauer, rührte die Maische geduldig um, während Schweinefilet nach Braumeister-Art serviert wurde. Das ständige Umrühren ist erforderlich zur Umwandlung der Stärkemoleküle in Malzzucker. Gloy gab dabei zu bedenken: „Die Temperatur darf 65 Grad nicht überschreiten, weil sonst die Meta-Amylase geschädigt werden würde.“ Teilnehmer Sebastian Fischer aus Pesch war später voll des Lobes und sagte: „Es war echt super, Glenn Gloy ist in die Tiefe gegangen, trotzdem war das, was er sagte, leicht verständlich.“

Ulrike Daniels aus Liedberg war mit Ehemann Franz-Wilhelm gekommen – die Teilnahme am Bierseminar war ihr Geburtstagsgeschenk für ihn. Sie wartete geduldig auf das Abläutern – so nennt der Brauer die Trennung des Flüssigen vom Festen. Die festen Bestandteile wird sie zu Treberbrot verarbeiten. „Wer hat jetzt Lust bekommen, selber Bier zu brauen?“, wollte Gloy am Ende seines Seminars wissen. Die Antwort dürfte beruhigend gewesen sein für die Brauereien in der Region: Niemand zeigte auf. Alle wissen aber jetzt, wie komplex so ein Brauvorgang ist, und werden ihr Bier in Zukunft vielleicht noch bewusster genießen.

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