Korschenbroich: Sebastian Kober gewinnt Bronze bei Mathematik-Olympiade

Gewinn der Bronzemedaille : Korschenbroichs großes Mathe-Ass

Der 17-jährige Sebastian Kober gewann bei der Mathematik-Olympiade Bronze – auch dank der Unterstützung seines Gymnasiums.

Algebra, Geometrie, Integralrechnung und Kombinatorik: Was vielen Schülern vor Mathe-Klausuren schlaflose Nächte beschert, kann Sebastian Kober keinen Schweiß auf die Stirn treiben. Im Gegenteil: Der 17-Jährige hat einen solchen Spaß an kniffligen Mathe-Aufgaben, dass er sich abseits des Unterrichts am Gymnasium Korschenbroich noch viel härteren Prüfungen stellt – und das mit großem Erfolg. Zuletzt erreichte Kober beim Bundeswettbewerb der Mathematik-Olympiade den dritten Rang. Es war seine erste Teilnahme auf der allerhöchsten Ebene.

„Ich hatte es in den Jahren zuvor immer in die Landesrunde geschafft, dort ist es diesmal aber erstaunlich gut gelaufen, so dass ich erstmals Erster wurde“, sagte Kober, der nun in Chemnitz noch einen draufsetzte und auf Bundesebene nach zwei vierstündigen Klausuren Bronze gewann. Damit trug er auch seinen Teil dazu bei, dass das 14-köpfige Team Nordrhein-Westfalens hinter Bayern den zweiten Platz erreichte.

Er habe schon in der Grundschule gerne an Wettbewerben teilgenommen und sich kleinen Knobel-Aufgaben gestellt, erzählt der Gymnasiast. Richtig Fahrt nahm sein Hobby indes in der siebten Klasse auf, als er durch gute Ergebnisse auf Landesebene in das bundesweite Förderprogramm „Jugend trainiert Mathematik“ (JuMa) kam. „Seitdem habe ich regelmäßig Aufgaben zugeschickt bekommen, die zu bearbeiten waren, habe Seminare besucht und zusätzliche Klausuren geschrieben. Das hat unglaublich geholfen“, sagt Kober, der nun bald die elfte Klasse abschließt.

Der bisher größte Erfolg: Bronzemedaille bei der Mathematik-Olympiade in Chemnitz. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Große Unterstützung erfährt er aber auch durch sein eigenes Gymnasium. „Wir haben eine Mathe-AG und mit Heiner Platzbecker einen Lehrer, der sich viel mit Wettbewerbsaufgaben beschäftigt. Da können wir uns glücklich schätzen, denn so etwas haben nicht viele Schulen“, sagt Kober. Die anderen Mathe-Asse aus NRW kenne er durch die Seminare und Wettbewerbe sehr gut, man helfe sich durchaus auch gegenseitig und löse mitunter gemeinsam Aufgaben. Aber natürlich gebe es auch einen gesunden Konkurrenzkampf.

Kober ist allerdings das Lösen der Aufgaben noch wichtiger als die Platzierung im Wettbewerb. „Diesen Aha-Effekt zu haben, wenn man lange an einer Aufgabe sitzt und endlich die Lösung gefunden hat, ist schon etwas Besonderes“, sagt der 17-Jährige. Mit viel Übung hat er es nun bis zum Landestitel und dem dritten Platz in Chemnitz gebracht. Zudem findet er zumeist den richtigen Weg zum Ziel – was vielen Mitschülern weitaus schwerer fällt. „Es kommt relativ selten vor, dass ich nach der Lösung gefragt werde. Es bringt auch nicht viel, wenn ich das richtige Ergebnis sage. Entscheidend ist ja, wie ich dahin gekommen bin. Und das richtig und verständlich zu erklären, ist nicht einfach.“

Klar ist hingegen, was für Kober nach der Schule folgen soll. „Ich werde auf jeden Fall Mathematik studieren. Was ich dann damit mache, weiß ich aber noch nicht“, sagt der Korschenbroicher. Zunächst einmal hat er noch ein weiteres Jahr am Gymnasium vor sich – und eine neue Runde bei der Mathe-Olympiade. Er wird wieder teilnehmen – und sich den besonders kniffligen Aufgaben stellen.

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