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Korschenbroich: Schützen helfen Flutopfern in Gemünd

Korschenbroicher packen mit an : Schützen helfen den Flutopfern in Gemünd

Die St.-Sebastianus-Bruderschaft koordiniert ihre Hilfe mit der Bruderschaft vor Ort. Die Resonanz ist überwältigend. Diese Erfahrung macht auch der Kleinenbroicher Open-Air-Hofverkauf mit seinen bedarfsgerechten Spendenaufrufen.

„Ich bin total überwältigt“, sagt Thomas Siegers. Als Präsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft hatte er in den vergangenen Tagen viel um die Ohren. Denn die Schützen haben sich vorgenommen, den Flutopfern in Schleiden-Gemünd zweigleisig zu helfen. Zum einen hatten sie selbst 5000 Euro gespendet und um weitere Spenden gebeten. Zum anderen fahren sie am Sonnabend, 31. Juli, sowie an den darauffolgenden beiden Samstagen in den Eifel-Ort, um tatkräftig zu helfen. Den Kontakt zu der Bruderschaft in Gemünd hatte Friedhelm Pauen hergestellt. Gemeinsam mit den Schützen vor Ort werden die Hilfsmaßnahmen gezielt geplant. Die Resonanz auf die zweigleisige Katastrophenhilfe sei immens, berichtet Siegers.

Über 10.000 Euro private Spenden seien bereits von Privatpersonen, Schützenzügen und Gewerbetreibenden eingegangen, sagt Siegers. „In Kooperation mit der Bruderschaft in Gemünd werden wir die Verwendung der Spenden abstimmen.“ Er vermutet, dass das Geld vor allem für die Anschaffung von Haushaltsgeräten benötigt wird.

 Wenn der Hofverkauf schließt, ist die Arbeit längst nicht beendet. Dann werden die Kartons voller Spenden wie beispielsweise Gummistiefel verladen.
Wenn der Hofverkauf schließt, ist die Arbeit längst nicht beendet. Dann werden die Kartons voller Spenden wie beispielsweise Gummistiefel verladen. Foto: Jenny Kannen
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Sechs Waschmaschinen, einen Trockner sowie zwei Kühlschränke hat Günter Thoren bereits am Donnerstag mit einer ersten Ladung nach Gemünd gebracht. Thoren hatte die Geräte überwiegend gebraucht aus Haushaltsauflösungen erhalten, berichtet Siegers. Helmut Keutgen aus Gemünd hat eine der Waschmaschinen erhalten. Zutiefst gerührte und bewegte Anwohner erlebt Friedhelm Pauen, der bereits in dem Eifelort ist, und gemeinsam mit Christoph Kammers von der Gemündener Bruderschaft die Hilfsaktionen koordiniert.

 40 Paar Gummistiefel und eine Kiste voller Arbeitshandschuhe brachte Jenny Kannen zur Sammelstelle.
40 Paar Gummistiefel und eine Kiste voller Arbeitshandschuhe brachte Jenny Kannen zur Sammelstelle. Foto: Jenny Kannen

Am Samstag werden etwa 35 Frauen und Männer nach Gemünd fahren. „Das Busunternehmen Haupts fährt uns freundlicherweise kostenlos, ein weiteres Beispiel der herausragenden Hilfsbereitschaft, die wir wahrnehmen.“ Begleitet wird der Bus von drei Handwerkern, die in ihrem Fahrzeug unzählige Gerätschaften wie Stemmhämmer und Motorsägen dabei haben.

„Vor Ort werden wir in Gruppen eingeteilt und uns werden konkrete Aufgaben in einzelnen Gebäuden zugewiesen. Die Keller sind jetzt weitestgehend trocken gelegt und es geht verstärkt noch um Abrissarbeiten“, erklärt Siegers. Gummistiefel würden daher weniger benötigt, wohl aber Arbeitsschuhe und -kleidung. „Wichtig sind auch Masken“, so Siegers. Nicht allein wegen Corona, sondern auch zum Schutz wegen des Schimmelbefalls. Der Korschenbroicher Schützenpräsident ist stolz auf die ganze Hilfsbereitschaft. „Wir haben so viele Angebote erfahren – wir werden auch die nächsten Busse vollbekommen“, ist er überzeugt.

Überwältigt von der großen Unterstützung ist auch Jenny Kannen vom Kleinenbroicher Open-Air-Hofverkauf, den ihre Schwester und deren Ehemann, Inken und Michael Busch, führen. Seit der Katastrophe sammeln sie jeden Mittwoch benötigte Hilfsgüter während des Hofverkaufs. Am Abend bringt sie die zur Sammelstelle nach Neuss-Holzheim. „Wir bitten nur um Spenden, die konkret von dort angefordert werden, damit wir schnell und bedarfsgerecht helfen können“, erklärt sie.

Auf ihre Aufrufe kamen bislang unter anderem vier Kisten Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe, zwei Kofferräume voll mit Windeln und Inkontinzenmaterial, mehrere Kisten mit Feuchttüchern, Verbandsmaterialien, Mückenschutz, Sonnencreme und Pflastern; zudem etwa 40 Paar Gummistiefel und 100 Paar Arbeitshandschuhe. „Wir sind richtige begeistert von der Hilfsbereitschaft“, so Kannen. Sowohl Kinder als auch Senioren spenden fleißig, sagt sie. „Jeder gibt was er kann.“