Korschenbroich: Schüler erklären Senioren die modernen Medien

Hauptschule in Korschenbroich : Schüler vermitteln Senioren Medienkompetenz

Im Rahmen eines Wahlpflichtfachs lernen Senioren von Jugendlichen den Umgang mit Smartphones und Tablets. Dafür erhielten die Hauptschüler  nun den mit 500 Euro dotierten Korschenbroicher Bürgerpreis.

Sehr dankbar seien die Senioren, die zu ihnen in die Schule kommen, sagt Pauline Rixen. Die Schülerin der Gemeinschaftshauptschule genießt das „gute Gefühl“, Erwachsenen etwas beibringen zu können. Denn als Kind ihrer Generation hat Pauline aus der zehnten Jahrgangsstufe in Fragen der Medienkompetenz den meisten Älteren einiges voraus. Pauline entschied sich im Rahmen des Wahlpflichtfachs „Arbeitslehre“ für den Kurs „Schüler lehren Senioren den Umgang mit modernen Medien“ und freut sich, damit eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Der Kurs ist für alle Beteiligten ein echter Renner und wurde in der Kategorie „U21“ mit dem Bürgerpreis „gut engagiert“ ausgezeichnet. Die Sparkassenstiftung Korschenbroich honorierte den besonderen Einsatz mit 500 Euro. Luca Kamara denkt gerne an die Preisverleihung zurück. „Die Leute, die zu uns kommen, schreiben immer auf, was sie wissen wollen“, sagt der 15-Jährige. Er hat beobachtet, dass die meisten Senioren gut vorbereitet kommen, um den optimalen Zugang zu Computer und Smartphone zu gewinnen.

Sasha Kenedi betreut den Kurs, betont aber, dass sich sein Einsatz im Wesentlichen auf die Aufsicht beschränkt. „Es ist beeindruckend, wie die Schüler ihre Kompetenzen einbringen. Sie verstehen sich hervorragend mit den Senioren. Es ist für die Schüler zudem eine tolle Erfahrung, die Rolle zu wechseln und für ihren Einsatz Wertschätzung zu erfahren. Das ist ein wichtiger Aspekt in ihrer Bildungsbiographie“, schwärmt Kenedi. Der Kurs wird nun im dritten Jahr angeboten. Die Idee wurde geboren aus dem Wunsch, Senioren im Gegenzug für geleistete Hilfe als Lesepaten und Handarbeitsspezialisten etwas zurückzugeben. Über Printmedien wurde ein entsprechender Aufruf an die Zielgruppe gestartet. „Es kommt jeder mit einem anderen Problem, und wir sehen, welcher Schüler mit welchen Medien am besten umgehen kann“, sagt Konrektorin Christa Pauwels.

Die Lehrerin hat beobachtet, dass in der regelmäßigen Begegnung von Jung und Alt häufig ein Großeltern-Enkel-nahes Verhältnis reift. Die Koordinatorin weiß, dass die meisten Senioren Unterweisung in lebenspraktischen Fragen beim Umgang mit Smartphone und Tablet suchen. Sie wollen zum Beispiel wissen, wie sie mit ihren Kindern und Enkeln Fotos austauschen können. Oft werden die Schüler gebeten, ein neues Smartphone einzurichten. Die Älteren genießen vor allem das eins zu eins Verhältnis zwischen Spezialisten und Lernenden. In diesem Umfeld werden Überraschungen gelassen gemeistert. Einer wissbegierigen Seniorin war beim Kochen das Smartphone in die Suppe gefallen. Kurz entschlossen erschien sie zum nächsten Treffen mit Tablet. Auch dafür fand sie kompetente Einweisung.

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