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Korschenbroich: Schüler der Hauptschule sammeln Praxis-Erfahrung bei Gartenarbeit in Seniorenhaus

Projekt der Hauptschule Korchenbroich : Praxis-Erfahrung im Nachbarschaftsdienst

Bis zu den Sommerferien arbeiten Hauptschüler im Garten der Häuser Tabita und Timon. Der Praxisbezug sensibilisiert sie fürs Berufsleben. Die Senioren danken den Einsatz mit hoher Wertschätzung.

  Neben hübschen Blüten und Grünpflanzen breiten sich im Hochbeet auch einige Erdbeeren aus. Vielleicht werden die Früchte in einer Gemeinschaftsaktion zu Marmelade verarbeitet oder einfach nur vernascht. Das Beet wurde von Hauptschülern angelegt, die sich im Rahmen der Wahlpflichtfächer für den Gartenkurs entschieden. Noch bis zu den Sommerferien macht sich die Gruppe der Siebt- und Achtklässler jeden Mittwoch auf den Weg, um unter der fachgerechten Anleitung von Gärtner Jan-Hinrich Wlotzcyk in der Grünanlage der Senioren-Häuser Tabita und Timon zu arbeiten.

 Martin Kallen, Dawid Czerwinski und Lehrerin Sarah Kutsch stehen mit Gärtner Jan-Hinrich Wlotzcyk (v.l.) im Garten des Seniorenhauses.
Martin Kallen, Dawid Czerwinski und Lehrerin Sarah Kutsch stehen mit Gärtner Jan-Hinrich Wlotzcyk (v.l.) im Garten des Seniorenhauses. Foto: Raupold, Isabella/Raupold, Isabella (ikr)

Die praktische Arbeit soll für das spätere Berufsleben sensibilisieren und hält zugleich ein dickes Bündel an weiteren Erfahrungen bereit. Dazu zählen die Wertschätzung für Natur und Lebensmittel sowie nicht zuletzt die generationsübergreifende Begegnung. „Das Schöne an diesem Projekt ist, dass in kurzer Zeit in der Gemeinschaft etwas Gutes geschafft werden kann. Das wird auch von den Senioren der Häuser gewürdigt und ist bei der fußläufigen Entfernung zwischen Hauptschule und Seniorenheim auch noch ein Nachbarschaftsdienst“, sagt Sarah Kutsch. Die junge Lehrerin sieht zudem die Möglichkeit, dass die Schüler über den wöchentlichen Besuch mit dem Seniorenheim vertraut werden und hier vielleicht ein weiteres Berufsfeld für sich entdecken.

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Im Februar übernahm Kutsch den Gartenkurs, der in früheren Jahren das Umfeld der Schule beackerte. Doch erstmals pflegen die Schüler den Garten des benachbarten Seniorenhauses. Dort ist ihre Hilfe als große Bereicherung gern gesehen.  Als Erstes räumten die Jugendlichen das parallel zum Gartenteich verlaufende Hochbeet ab, um es neu zu bepflanzen und im praktischen Tun eine Menge zu lernen. Dank ihrer Unterstützung kann nun auch der Teich gereinigt und verschönert werden.

Dawid Czerwinski und Martin Kallen bringen dank ihrer Väter bereits zuvor erworbene Grundkenntnisse in der Gartenarbeit und Landschaftspflege mit. „Mein Vater ist selbständig im Gartenbau tätig. Da habe ich ihm auch schon geholfen. Mit gefällt dieser Kurs sehr gut“, sagt der 15-jährige Martin. Dawid findet die Aktion ebenfalls „cool“: Die Früchte der Arbeit seien sichtbar und werden als Geschenk wahrgenommen.

„Wir sind froh, so schöne Beete zu haben, die von Jugendlichen für alte Menschen geschaffen wurden. Da ist schon ein toller Spannungsbogen zwischen den Generationen geschaffen. Das Projekt unterstützt zudem unsere Arbeit, möglichst alle Sinne anzusprechen“, sagt Inge Milde vom Sozialdienst. Sie versichert, dass die von den Schülern geschaffene Oase auch dementiell veränderten Bewohnern vielfältige Anregungen bietet. Da ergäben sich zum Beispiel Gespräche über Pflanzen, ihre im Volksmund gebräuchlichen Namen wie auch über die einst selbst geleistete Gartenarbeit.

„Das alles wird Teil einer lebendigen Biographie“, ergänzt Kollegin Gisela Keen-Müller. Sie hofft auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit und betont: „Der Garten ist groß. Wir würden uns freuen, wenn im kommenden Jahr erneut ein Gartenkurs käme.“