Korschenbroich: Sanierung der Orgel in St. Andreas ist Prestige-Projekt

Kirche St. Andreas in Korschenbroich : Orgelsanierung ist ein Prestige-Projekt

Die Orgelbau-Firma Weimbs aus Hellenthal kümmert sich um die Reorganisation des Instruments in St. Andreas. Die Fachleute sind im ständigen Austausch mit den Korschenbroicher Auftraggebern um Regionalkantor Martin Sonnen.

Vor wenigen Wochen stand Martin Sonnen in der Kirche St. Andreas vor einem riesengroßen Puzzle. „Innerhalb weniger Tage war die Orgel komplett in ihre Einzelteile zerlegt worden. Da habe ich gemerkt, wie wenig ich letztlich über den Orgelbau weiß“, sagt der Regionalkantor. Dass Sonnen in der Kirche dieses Puzzle vorfand, liegt an der Generalsanierung, die der Kirchenvorstand derzeit an der Orgel vornehmen lässt. Die damit beauftragten Orgelbaumeister aus Hellenthal in der Eifel sprechen indes von einer Reorganisation.

Nach einem Aufenthalt in Hellenthal befinden sich viele Teile der Orgel wieder in der St.-Andreas-Kirche in Korschenbroich. Foto: Martin Sonnen

„Durch Umbauten und Erweiterungen besteht die Orgel mittlerweile aus Bauteilen unterschiedlicher Jahrzehnte. Das ist nun alles miteinander in Einklang zu bringen und ein sehr komplexer Vorgang“, erklärt Friedbert Weimbs. Der Betrieb des Orgelbaumeisters aus Hellenthal hatte den Zuschlag bekommen, nachdem ein Orgelsachverständiger ein Gutachten zu dem Instrument erstellt und Orgelbauer auf dessen Katalog hin Vorschläge eingeschickt hatten.

„Wir haben uns für Orgelbau Weimbs entschieden, weil das Unternehmen über die Erfahrung und die nötige Mitarbeiterzahl verfügt, um ein solches Projekt stemmen zu können“, sagt Sonnen. Zudem sei wichtig gewesen, dass die Firma nicht zu weit von Korschen­broich entfernt ist, fügt der Regionalkantor hinzu, der zuletzt auch häufiger selbst nach Hellenthal gefahren ist. „Die regelmäßige Kommunikation ist schon sehr wichtig. Wenn Fragen auftauchen, sollten diese schnell beantwortet werden. Schließlich soll später auch alles zur Zufriedenheit des Auftraggebers sein“, sagt Weimbs, dessen Sohn Frank die Leitung bei diesem Projekt übernommen hat.

Neben der generellen Reinigung, Verschleißreparaturen und der Erneuerung der gesamten elektrischen Steuerung – dies ist nicht zuletzt aufgrund verschärfter brandschutztechnischer Vorschriften nötig – erhält die Orgel auch einen neuen Spieltisch, zudem wird sie klanglich auf 78 Register erweitert. „Einige Arbeiten waren ursprünglich nicht geplant. Doch wir haben die Gelegenheit genutzt, nun mehr machen zu lassen, wenn die Orgel schon umfangreich saniert wird“, sagt Sonnen. Dass letztlich knapp 400.000 Euro investiert werden, ist nicht zuletzt deshalb möglich, weil in St. Andreas nicht irgendein Instrument beheimatet ist, sondern eine Orgel, die aufgrund der internationalen Orgelwoche über ein gewisses Renommee verfügt.

Die Orgel wird über mehrere Monate umfangreich saniert. Foto: Martin Sonnen

Das ist auch den Orgelbaumeistern in Hellenthal bewusst, die derzeit ebenfalls Orgeln für Häuser in Japan und Norwegen bauen. „Die Orgelwoche ist schon bekannt, und das Instrument wird von internationalen Organisten gespielt. Dementsprechend ist das schon eine Herausforderung für uns“, sagt Weimbs. Zwischenzeitlich arbeiten bis zu acht Mitarbeiter gleichzeitig an der Orgel. Mittlerweile verschiebt sich der Großteil der Arbeiten aber bereits wieder nach Korschenbroich. Denn viele Teile sind schon in die Kirche zurückgekehrt. „Es ist unglaublich spannend, diesen Prozess jetzt aus nächster Nähe einmal miterleben zu können. Denn das passiert ja nur einmal in dieser Größenordnung“, sagt Sonnen.

Bis alle Puzzleteile wieder an Ort und Stelle sind, dauert es indes noch einige Monate. Alle Beteiligten fiebern jedoch schon dem Moment entgegen, wenn die Orgel in St. Andreas erstmals wieder erklingt. „Zur Abnahme durch den Kirchenvorstand muss alles passen. Es bleibt auf jeden Fall spannend bis zum Schluss“, sagt Weimbs.

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