Korschenbroich: Sanierung am Kirchturm St. Andreas fast abgeschlossen

Umfangreiche Sanierung in Korschenbroich : Die Arbeiten am Turm von St. Andreas sind fast vollendet

Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an dem Kirchturm im Korschenbroicher Ortskern werden pünktlich vor Unges Pengste abgeschlossen sein. Eine entscheidende Frage muss indes noch beantwortet werden.

Die Uhren am Kirchturm von St. Andreas sind wieder zu sehen. Und das ist ein gutes Zeichen, denn damit hat der Abbau des Gerüstes an dem Turm, der seit dem vergangenen Juli umfangreich saniert wurde, bereits begonnen. „Die Bauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Der Plan sieht nun vor, dass das Gerüst in vier Wochen vollständig abgebaut sein sollte“, sagt Kirchenvorstand Karl-Heinz Göris – womit wie gewünscht Unges Pengste mit einem runderneuerten Kirchturm nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Derzeit wird das Gerüst am Turm der Kirche St. Andreas im Korschenbroicher Ortskern wieder abgebaut. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Bereits vor drei Jahren hatte der Kirchenvorstand den Turm mit einer Hebebühne umfahren lassen, um festzustellen, ob das Mauerwerk Risse aufweist. Diese Aktion war notwendig geworden, nachdem die Gemeinde erkannt hatte, dass sich der Turm bei vollem Geläut bewegt. Risse wurden letztlich damals zwar nicht festgestellt, doch es wurde deutlich, dass das Mauerwerk rundherum ausgebessert werden musste. „Wir haben neue Anker durch das Mauerwerk gezogen, es aus- und wieder eingefugt. Diese Verstärkungsarbeiten haben gut funktioniert, der Turm ist nicht in Gefahr“, sagt Göris.

Allerdings konnte der erste Zeitplan, bereits vor Weihnachten fertig zu werden, aufgrund der umfangreichen Maßnahmen bei weitem nicht eingehalten werden. Zudem stiegen die Kosten von anfangs veranschlagten 220.000 auf etwa 450.000 Euro – davon muss die Gemeinde 30 Prozent tragen, den Rest übernimmt das Bistum Aachen. „Es wäre aber Unfug gewesen, deswegen einige Maßnahmen zu verschieben. Da waren wir uns mit der Bauabteilung des Bistums sofort einig“, sagt Göris.

Zudem hat die umfangreiche Sanierung des über 500 Jahre alten Kirchturms für die Gemeinde einen angenehmen Nebeneffekt. „Das Gerüst bot dem Baustatiker der beauftragten Firma die Gelegenheit, einen guten Überblick über das gesamte Mauerwerk zu erhalten. Denn Details waren dazu bislang nicht bekannt, wir mussten uns mit einer Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert begnügen. Jetzt haben wir für spätere Maßnahmen ein brauchbares Plan-Material“, sagt Göris.

Mit den nun durchgeführten Stabilisations-Maßnahmen ist der Kirchenvorstand sehr zufrieden, zudem konnte zumindest der zweite Zeitplan, mit den Arbeiten bis Unges Pengste fertig zu sein, eingehalten werden. Eine spannende Frage bleibt indes noch: Wie reagiert der Turm nun auf das Geläut der Glocken? Vor der Sanierung hatte mit der Marienglocke vor allem die kleinste von vier Glocken den Kirchturm in Schwingungen versetzt.

„Sobald das Gerüst abgebaut ist, werden wir eine Untersuchung durchführen, wie der Turm auf dynamische Belastungen reagiert. Das ist nur möglich, wenn der Turm ganz frei steht“, sagt Göris. Sollte der Kirchturm weiterhin bei vollem Geläut zu stark schwingen, müsse etwas an den Glocken verändert werden. „An der Statik des Turms können wir nichts mehr machen“, sagt Göris. Diesbezüglich sollte nach der umfangreichen Sanierung der vergangenen Monate zunächst einmal Ruhe herrschen.