Korschenbroich: "Rüttelstrecke" an Landstraße verärgert Radfahrer

Radweg in Korschenbroich : „Rüttelstrecke“ verärgert Radfahrer

Der Radweg an der L 382 weist seit langem viele Unebenheiten auf, die zudem bei Dunkelheit nicht zu erkennen sind. Die Mängel sind dem Landesbetrieb Straßen.NRW bekannt, kurzfristige Besserung gibt es aber nicht.

In Sachen Radwege darf Hans-Willi Türks durchaus als Experte angesehen werden. Der stellvertretende Bürgermeister gehörte schließlich vor wenigen Wochen während der Aktion Stadtradeln zu Korschenbroichs „Klimahelden“, die im Stadtgebiet überwiegend mit dem Rad unterwegs waren. „Wir haben in unserer Stadt viele schöne Radwege, aber natürlich gibt es auch immer Strecken, die verbessert werden können“, sagt Türks. Doch vor allem ein Radweg ist für ihn schon seit längerem ein echtes Ärgernis: jener an der Landstraße 382 zwischen Pesch und Liedberg.

Ärgernis: Korschenbroichs stellvertretender Bürgermeister Hans-Willi Türks zeigt eine der vielen Unebenheiten auf dem Radweg entlang der L 382 zwischen Pesch und Liedberg. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

„Da ist man auf einer richtigen Rüttelstrecke unterwegs. Und ich habe schon mehrmals von Bürgern gehört, dass sie den Radweg mittlerweile meiden und auf der Landstraße fahren. Das kann nicht Sinn der Sache sein“, sagt Türks. Innerhalb der Orte Pesch und Liedberg sei der Weg absolut in Ordnung, nur dazwischen gebe es viele Mängel. Er könne verstehen, dass Baumwurzeln auch mal Erhebungen verursachen und deswegen nicht alle Bäume gefällt werden können. Was ihn jedoch stört, sind die vielen Vertiefungen und Absenkungen, die es auf dem Teilstück gibt und die mitunter nur schlecht zu sehen sind. Gefährlich werde es vor allem, wenn es dunkel ist, da eine Beleuchtung entlang der Strecke nicht vorhanden ist. „Zudem muss man bedenken, dass es für viele Kinder auch der Schulweg ist“, sagt Türks.

Unterstützung erhält von der Korschenbroicher Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). „Auch wir haben schon häufig Klagen über die Schäden auf dieser Strecke gehört, sowohl von Mitgliedern als auch von sonstigen Nutzern des Radwegs“, sagt Sprecher Heinz-Josef Dackweiler. Als Ortsgruppe könne man in einem solchen Fall immer wieder nur auf die Mängel aufmerksam machen.

Das hat auch Türks schon mehrmals in Ausschüssen getan. Der Radweg sei sicherlich schon etwa zwei Jahre ein Thema. Und er wisse, dass die Stadt beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW deswegen schon vorstellig geworden ist. Dort sind die Beschwerden auch angekommen. „Der Radweg an der L 382 ist bei uns als schlecht eingestuft und steht bereits auf unserer Prioritätenliste. Wir wissen, dass diese Strecke in Angriff genommen werden muss“, sagt Gregor Hürter, Sprecher der Regionalniederlassung Niederrhein bei Straßen.NRW. Das jedoch bedeutet nicht, dass kurzfristig Besserung eintritt.

„Frühestens im kommenden Jahr können dort Arbeiten vorgenommen werden. Wir versuchen allen gerecht zu werden, doch wir haben ein großes Gebiet, um das wir uns kümmern, von Geilenkirchen bis Emmerich. Und da können wir leider bei der Fülle an Maßnahmen nicht alles gleichzeitig anpacken“, sagt Hürter. Allerdings sei die Straßenmeisterei beauftragt worden, nun an dem betreffenden Stück Schilder aufzustellen, die auf den schlechten Zustand der Radstrecke hinweisen.

An der Beschaffenheit des Wegs mit seinen vielen kleinen Unebenheiten wird sich damit aber so schnell nichts ändern. Für Türks ist es kein gutes Signal, wenn die Ausbesserung von Radwegen so lange auf sich warten lässt. „Schließlich sollen doch die Bürger dazu animiert werden, für den Klimaschutz möglichst häufig vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.“

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