Korschenbroich: Rita Mielke stellt ihr Buch "Im Wald" vor

Korschenbroicher Autorin veröffentlich Buch „Im Wald“ : Ein Werk über den Sehnsuchtsort Wald

Die Korschenbroicherin Rita Mielke stellte in der Buchhandlung Barbers ihr Buch vor.

In der aktuellen Literatur boomen Neuerscheinungen zum Thema Natur. „Das hat sich entwickelt. Das ist kein Zufall“, betonte Rita Mielke in der Buchhandlung Barbers. Auf Einladung des Duden-Verlages hat sich die „Korschenbroich-liest“-Initiatorin intensiv mit Aspekten der wechselnden Beziehung zwischen Mensch und Wald auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist eine spannende, breitgefächerte „Wortwanderung durch die Natur“ – so der Untertitel ihres Buches „Im Wald“. In einer besonderen Premiere stellte die Autorin das Buch in eindeutig weiblich dominierter Runde vor: Anderenorts ist der Band erst ab kommenden Montag, 15. April, erhältlich.

„Es ist einfacher, Kinder anderer Leute vorzustellen als sein eigenes Baby“, bekannte Mielke. Vor der Lesung steckte sie den thematischen Rahmen ab. Sie nannte zeitgenössische Autoren wie Richard Powers, Maja Lunde und Eva Meijer, die in verschiedener Weise ihre literarische Aufmerksamkeit der Natur zuwenden.

Als mögliche Gründe nannte Mielke die Sehnsucht nach einem anderen Ort in einer zunehmend digitalisierten, versachlichten Welt wie auch das Wissen um den gefährdeten Zustand der Natur. „Es ist klar, dass der Wald real und in der Literatur eine neue Wertigkeit erhalten hat“, so die Korschenbroicherin. Ebenso belegte sie beispielhaft, dass Natur und Kultur durch eine Jahrtausende alte Beziehungsgeschichte miteinander verbunden sind.

In Anlehnung an ein Wörterbuch versammelt Mielke auf 160 Seiten eine Auswahl von 35 Begriffen von A wie „Adler“ bis W wie „Wolf“. In der Einleitung stellt sie fest, dass die Beziehung Mensch und Wald eine Geschichte großer Gefühle ist. „Was immer den Menschen widerfuhr – der Wald war für sie ganz großes Kino: mal düster und gefährlich, mal verborgen und idyllisch, mal wild und frei und ursprünglich“, schreibt Mielke. Diese Entwicklung spiegele sich in religiösen Ursprungstexten, Mythen, Märchen und weltliterarischen Werken.

Als klassische „Waldbewohnerin“ nannte Mielke die „Hexe“ als schillernde Figur mit dämonischen Zügen und meist negativen Zuschreibungen. Auf eine irrationale Dämonisierung und Hexenverfolgung sei eine Phase aufklärerischer Versachlichung gefolgt. So habe Jacob Grimm „Hexen“ zu weisen Frauen erklärt und der französische Historiker Jules Michelet 1865 Hexen des frühen Mittelalters als einzigen Arzt des Volkes wertgeschätzt. Zum Begriff „Wolf“ reflektiert Mielke Urängste, die sich in verbaler Verachtung spiegeln, ebenso wie ein gewandeltes Wolfsbild.

Mehr von RP ONLINE