Korschenbroich: Rhein-Kreis Neuss prüft Bauten am Herzbroicher Graben

Kontrollen an Entwässerungsgräben in Korschenbroich : Kreis prüft Bauten am Herzbroicher Graben

Der Mindestabstand von fünf Metern muss eingehalten werden, sonst droht ein Abriss von Gebäuden. Die Stadt Korschenbroich könne dort wenig tun, sagte der Beigeordnete Georg Onkelbach.

Damit das Oberflächen- und das Grundwasser möglichst zügig abfließen können und sich nirgendwo etwas staut, werden die Entwässerungsgräben in der Stadt regelmäßig kontrolliert und instand gehalten. Eine solche Aktion wird zurzeit auch am Herzbroicher Graben vorgenommen. Dabei stellt der Auftraggeber Rhein-Kreis Neuss offenbar immer wieder fest, dass zu nahe an einem Graben gebaut wurde.

„Wir wissen, dass seit Jahren gegen diese nichteingehaltenen Mindestabstände vorgegangen wird“, sagte Beigeordneter Georg Onkelbach in der jüngsten Ratssitzung auf eine entsprechende Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Siegers. Das gehe vom Hannenpark über Raderbroich bis eben zum Herzbroicher Graben, so Onkelbach.

Der Rhein-Kreis befinde sich da auf relativ sicherem Terrain. „Das Landeswassergesetz schreibt hier einen Mindestabstand von fünf Metern vor“, früher seien es drei Meter gewesen. Dieser Abstand sei von baulichen Anlagen freizuhalten. In der Regel führe es dazu, dass die Bescheide auf Abriss, die der Kreis dort erlasse, beklagt werden. „Wir haben auch selbst einmal als Bauordnungsbehörde für eine nicht genehmigte Wand, die einer Genehmigung bedurft hätte, eine Abrissverfügung verschickt.“ Das sei damals vor dem Oberverwaltungsgericht beklagt worden.

„Mir ist aber bis jetzt noch keine Entscheidung bekannt, die dahin geht, dass der Rhein-Kreis Neuss oder auch wir ein entsprechendes Verfahren verloren haben,“ sagte Onkelbach. Es sei eine gesicherte Basis, auf der man gegen solche Bauten vorgehen könne. „Bauwerke sind dort in aller Regel nicht genehmigt. Dennoch stehen sie dort. Aber der Kreis hat das Recht auf seiner Seite.“

Das hänge auch mit der Entscheidung der Stadt Korschenbroich zusammen, die Gräben wieder zu ertüchtigen und aufgrund der Patchworklösung für Grundwasserableitung nutzen zu können. Deshalb gehe es zurzeit wieder darum, die Gräben entsprechend fit zu machen. „Wir können da wenig tun.“ Gleichwohl hätten Verwaltung und Bürgermeister bei der Unteren Wasserbehörde vorgesprochen, um nachzufragen, ob es möglicherweise einen Interpretationsspielraum gebe. Dies sei nicht der Fall.