Korschenbroich: Radweg am Trietbach geplant

Projekt in Korschenbroich : Erlebnisraum Trietbach

Der kleine Korschenbroicher Bach soll als ein Verbindungskorridor zwischen Liedberg und dem Napoleonischen Nordkanal aufgewertet werden. Doch Straßen und Bahnlinien erschweren die Aufgabe, einen durchgängigen Weg zu errichten.

Theo Verjans wählt ein einfaches Beispiel, um auf das Problem aufmerksam zu machen. „Was nützt es, wenn die Menschen durch die Natur laufen und die Kinder von heute nicht einmal den Unterschied zwischen Nadel- und Laubbaum wissen? Der Naturschutz hat auch die Aufgabe, ökologische Aufklärung und Erziehung zu betreiben“, sagt Verjans, bei der Stadt zuständig für Umwelt- und Naturschutz. Kenntnis über die Natur sei wichtig, etwa welche Zusammenhänge es zwischen Obstbäumen und Insekten gebe.

Um ökologische Aufklärung geht es letztlich auch bei dem Entwicklungsplan des Rhein-Kreises Neuss, an dessen Erstellung die Stadt Korschenbroich beteiligt war. Neben den Auenlandschaften der Niers sollen auch die Jüchener Bäche, zu denen der Triet­bach gehört, aufgewertet und der Bevölkerung nähergebracht werden. Zurzeit haben weder die Jüchener Bäche noch die Niers eigene Quellen. Die verschwanden im Tagebau. Seitdem werden sie mit Ersatzwasser versorgt.

Mit dem Entwicklungsplan sollen künftig die Naturräume aufgewertet werden, und es sollen Verbindungen geschaffen werden. „Es wird sich nicht alles einfach umsetzen lassen“, sagte Verjans. „Es wird schwierig sein, Durchgängigkeiten zu schaffen, was Haupt- und Verkehrsstraßen oder die Bahnlinien angeht. Das können wir alleine als Stadt kostenmäßig nicht stemmen.“ Dennoch: Einige kleinere Bausteine aus den vielfältigen Maßnahmen des Konzepts setze die Stadt bereits um. „Ein schönes Beispiel ist unsere Hochzeitswiese zwischen Kleinenbroich und Raderbroich. Da soll eine Querverbindung hergestellt werden über den Trietbach hinweg.“

Der Trietbach wird als ein wichtiger Verbindungskorridor zwischen dem Kulturlandschaftsbereich Liedberg und dem Napoleonischen Nordkanal benannt. Als Herzstück wird ein durchgängiger Radweg geplant, der das Kulturlandschaftsnetz erlebbar machen kann. Zwischen dem Raderbroicher Busch und Korschenbroich soll eine attraktive und gefahrenfreie Wegeverbindung gefunden und ausgebaut werden. Einfach dürfte das nicht werden, denn durch den Taubenschlag bis zur Landstraße 381 verläuft die Lichtstraße in der Trietbachaue.

Die Lichtstraße quert die L 381 und endet an der Bahnlinie. Die Querung der Bahn ist nur über die im Osten liegende Überführung der Neusser Straße möglich. Eine Machbarkeitsstudie soll beantworten, inwieweit der Trietbach-Durchlass unter der Bahn für eine Radwegequerung möglich ist, wie der Radweg im weiteren Verlauf entlang der Trietbachaue nach Norden an das Wegenetz des Raderbroicher Buschs angeschlossen und wie die Überquerung der Neusser Straße für die Radler sicher gestaltet werden kann. Dabei soll es auch um Entwicklungsmaßnahmen für den Trietbach gehen, um ihn und seine umgebene Landschaft aufzuwerten. Davon könnte auch insbesondere das Ortszentrum Korschen­broichs profitieren.

Die Trietbachaue soll von Bebauung und Infrastruktureinrichtungen frei gehalten und ein vielgestaltiges Naherholungsgebiet werden. Dabei werden Angebote für die speziellen Bedürfnisse der Reha-Klinik bereitgestellt. Zudem wird das Gebiet über Straßenräume mit hoher Aufenthaltsquote an das Wegenetz der Stadt angebunden. Letztlich geht es darum, den Trietbach möglichst auf ganzer Strecke wieder sichtbar zu machen und den Erlebniswert entlang des Bachverlaufs zu steigern.

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