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Korschenbroich: Projekt "Gesund altern im Quartier" gestartet

5300 Menschen in Korschenbroich sind älter als 71 Jahre : Projekt „Gesund altern im Quartier“ ist gestartet

Was brauchen Senioren, um im Alter möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können? Das soll ein auf drei Jahre angelegtes Projekt in Korschenbroich herausfinden. Dazu gehört jetzt auch eine Umfrage.

Wer möchte nicht Zuhause – möglichst gesund – altern? In Korschenbroich jedenfalls wird viel dafür getan und es soll noch mehr möglich werden. Schließlich gibt es unter den etwa 34.000 Einwohnern rund 5300 Senioren, die nicht nur der Generation 50plus angehören, sondern bereits älter als 71 Jahre sind.

„Gesund altern im Quartier“ ist das Motto eines auf drei Jahre angelegten Projektes zur Prävention und Gesundheitsförderung alternder und älterer Menschen im eigenen Lebensumfeld, das von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) im Rahmen des GKV-Bündnisses für Gesundheit gefördert wird. Das Projekt wurde jetzt erstmalig für NRW vom Verein Zwar – die Abkürzung steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ – im Ratssaal von den beiden Zwar-Ansprechpartnerinnen Ute Schünemann-Flake und Kirsten Kemna vorgestellt.

Am runden Tisch, den es in der dreijährigen Projektphase in jedem Jahr viermal geben soll, saßen nicht nur Teilnehmer der fünf Korschenbroicher Zwar-Netzwerke, sondern auch Horst Ripphahn und Rita Büttinghaus vom Vorstand des mitgliederstarken Vereins „Säg 50+ Korschenbroich“. Auch Petra Köhnen, die seit 2011 Seniorenbeauftragte der Stadt ist, sowie der seit März 2021 ehrenamtlich tätige stellvertretende Behindertenbeauftragte Norbert Wand waren dabei.

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„Der Zwar-Verein ist inzwischen schon in 80 NRW-Kommunen aktiv. Hier ist die allererste Vorstellung des Projektes“, erklärte Referentin Kirsten Kemna. In NRW gibt es weitere ausgewählte Zwar-Gruppen an insgesamt sechs Standorten – in Essen, Herdecke, Korschenbroich, Münster, Recklinghausen und in Wuppertal. Die Besonderheit in Korschenbroich: Seit 2008 gibt es immerhin fünf Netzwerke mit insgesamt rund 500 Mitgliedern. Zum Vergleich: In Essen gibt es lediglich eine Gruppe.

Die Sozialwissenschaftlerin Kemna erklärte weiter: „Normalerweise setzen sich die Krankenkassen mit Kommunen zusammen und überlegen, was die Menschen brauchen. Wir sind erstmals den umgekehrten Weg gegangen, indem wir gemeinsam mit allen Korschenbroicher Zwar-Netzwerken und allen Partnern, die mit dem Thema Gesundheit verbunden sind, erkunden wollen, welchen Bedarf es gibt, was bereits vorhanden ist, was gut läuft und was weniger und wie konkrete Maßnahmen oder weitere Angebote entstehen könnten.“ Kemna sagte zudem: „Wir sind gut aufgestellt mit Fördermitteln. Dadurch können wir vieles realisieren oder anstoßen – wie kostenfreie Schnupperkurse angesagter Sportarten oder auch Vorträge, Diskussionen, Präsentationen und vieles mehr.“

Zunächst erfolge eine Bestandsanalyse der Gesundheitsstrukturen mittels Fragebögen, beispielsweise zu den Beratungsangeboten vor Ort, zur Ärztedichte oder zu bestimmten Sportangeboten. Danach wird am nächsten runden Tisch, zu dem möglicherweise weitere Einrichtungen eingeladen werden, die Umfrage ausgewertet. Hier sollen die geplanten 350 Fragebögen und zehn Gruppeninterviews Aufschluss geben.

Bei der Kick-Off-Veranstaltung selbst waren die Teilnehmer waren sofort im Thema und hatten von sich aus jede Menge Ideen, die den Zeitrahmen sprengten. So schlug Zwar-Mitglied John Peterson vor: „Tai Chi für über 70-Jährige, Fahrstunden für Senioren und prüfen, ob kostenfreies Schwimmen möglich sei.“ Bernhard Teuerle, Mitglied, bei Zwar und bei „Säg 50+“, wünschte sich eine Volleyballgruppe für Senioren, hatte aber erkannt: „Das können wir versicherungstechnisch nicht stemmen. Es gehören viel mehr Vereine dazu.“ Horst Ripphahn, Vorsitzender von „Säg 50+“ sah sofort den praktischen Nutzen des Projektes und brachte es auf den Punkt: „Die Synergieeffekte werden groß sein.“