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Korschenbroich: Porzellanausstellung im Kulturbahnhof Korschenbroich

Porzellanausstellung Kulturbahnhof Korschenbroich : Die große Zuckerdose stand nicht für ungesunde Ernährung

Schöne und originelle Exponate aus Privathaushalten werden im Kulturbahnhof gezeigt. Dabei wird auch geklärt, inwiefern Porzellan einst ein Statussymbol war.

Barbara Romann, Vorsitzende des Heimatvereins Korschenbroich, freute sich sichtlich: „Ich freue mich, Sie hier nach anderthalb Jahren wieder begrüßen zu dürfen.“ Sie eröffnete endlich mal wieder eine Ausstellung. Sie heißt „Porzellan im Spiegel der Zeit“ und wurde von Roswitha Hermanns organisiert. Die zum Teil sehr schönen, zum Teil sehr originellen Exponate erzählen auch ein Stück Geschichte. Für den Betrachter gibt es an jeder Vitrine alle Informationen, die er braucht.

Roswitha Hermanns betonte die einstige Bedeutung des Porzellans, dass bereits im siebten Jahrhundert in China von der Sui- und der Tang-Dynastie hergestellt worden war. „Gekrönte Häupter waren bereit, fast jeden Preis für das ‚weiße Gold’ zu bezahlen“, erklärte sie. Manufakturen wie Meissen, Rosenthal und Villeroy & Boch hätten die jeweiligen Regionen bekanntgemacht, ihnen Glanz verliehen.

Porzellan war einst ein Statussymbol – auch das erklärt die Ausstellung. Eine große Zuckerdose sei kein Indiz für ungesunde Ernährung gewesen, sondern ein Zeichen für Wohlstand, weil Zucker damals sehr wertvoll und teuer war. Viele der Exponate stammen von Erika Kempny, der früheren Lebensgefährtin des mittlerweile verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Heimatvereins Korschenbroich, Karl-Heinz Bednarzyk.

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Von ihr stammt unter anderem die „Blaue Gruppe der Briefeschreiber“ aus Dresden. Das ist kein Gebrauchsporzellan, sondern erinnert daran, dass früher längst nicht jeder schreiben und lesen konnte. Dann halfen die professionellen Briefeschreiber. Von Monika Schmitz stammen die große Schüssel und die dazugehörige Kanne. Beides diente zur Körperpflege in Zeiten, als fließendes Wasser noch keine Selbstverständlichkeit war. Auf Plattdeutsch heißen diese schlichten Utensilien ohne gestalterische Finessen Wäschlampett. Hoch elegant ist dagegen das Service von Hannelore Schallenberg in Cremefarben mit Goldrand – ein Stück Thüringer Porzellangeschichte. Reiner Leusch hat seine Marien-Madonna für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Solche Gegenstände waren einst beliebte Mitbringsel von Wallfahrten. Die Herkunft und das Alter sind unbekannt.

Von Onkel Heinrich und Tante Agnes stammt das rund 100 Jahre alte Kaffee-Set mit floralem Muster. Barbara Romann zeigt vier Sammeltassen, die sie von ihrer Mutter Johanna Pavenstädt geschenkt bekommen hatte. Die wunderschönen Tassen dienten nur kurz als Frühstücksgeschirr im ersten eigenen Apartment der damaligen Berufsanfängerin.

Die Ausstellung im Kulturbahnhof ist noch bis 15. August immer sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Anmeldungen bei Roswitha Hermanns unter: 02161 644469 oder per Mail: roswitha.hermanns@t-online.de.