Schützenfest in Korschenbroich-Pesch Wie König Dirk Wymar den Vogelschuss spannend machte

Korschenbroich · Lange gab es keinen Bewerber beim Vogelschuss der Pescher St. Donatus-Bruderschaft. Als dann mehrere Schützen antraten, meldete sich Dirk Wymar als einziger ernsthafter Bewerber – und hielt den Schießmeister ordentlich auf Trab.

 (v.l.) Felix Frommen, König Dirk Wymar, Josef Conen

(v.l.) Felix Frommen, König Dirk Wymar, Josef Conen

Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Mit dem 249. Schuss schoss Dirk Wymar am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr den Königsvogel ab. Als er merkte, dass es niemanden gab, der Schützenkönig werden wollte, beschloss Dirk Wymar vom Jägerzug Pesch-Mitte, der St. Donatus-Schützenbruderschaft ein Jahr ohne Schützenkönig zu ersparen.  Der Single, der bei Bolten als Koch arbeitet, sprach seine Kollegin Franziska Schumacher an. Die stellvertretende Betriebsleiterin der Bolten-Gastronomie war sofort einverstanden, in die Rolle der Königin zu schlüpfen. Bis dahin hatte die 28-jährige Viersenerin noch nicht viel mit dem Schützenwesen zu tun gehabt.

Bilder vom Schützenfest in Pesch
25 Bilder

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Foto: Ilgner,Detlef (ilg)/Ilgner Detlef (ilg)

Die  ersten drei Dutzend Schüsse gaben unterschiedliche Schützen ab, unter anderen Präsident Christoph Türks und Ehrenpräsident Matthias Bommes. Es herrschte eine gewisse Hektik. Das lag am Schießen der Zugkönige. Der Vogel fiel und fiel nicht. Deshalb wurde beschlossen, den König der Zugkönige per Los zu ermitteln, damit sich der Königsvogelschuss nicht noch mehr verzögerte. Jens Nowak von den „Botterblome“ wurde unter den 19 Teilnehmenden als König der Zugkönige ermittelt.

Dirk Wymar blieb die Ruhe selbst. Der 1,67-Meter-Mann hielt den Schießmeister Daniel Dyckers ganz schön auf Trab. Es erfolgte Schuss auf Schuss. Zwischendurch gingen Dycker und Wymar ganz dicht an den Vogel heran um zu sehen, welches Teil des Vogels der König in spe ins Visier nehmen wollte. Als der Schießmeister merkte, dass Dirk Wymar auf Zehenspitzen stand, legte er ihm als eine Art Höckerchen zehn in Plastikfolie verschweißte Stapel Bierdeckel hin, sicherte sie schnell mit gelbem Klebeband ab.

Mit dem 180. Schuss knickte der Kopf des Vogels weg, während der Körper noch Widerstand leistete. Den Vogel hatte Thomas Türks aus Sperrholz gebaut, Uschi David hatte ihn angemalt. Bereits in Liedberg hatte sich das hölzerne Federvieh, gefertigt nach den neuesten Vorschriften, als sehr zäh erwiesen. Immer wieder wackelte der Vogel – und mit dem 249. Schuss fiel er endlich. Die Spannung hatte dafür gesorgt, dass das Zelt bis zum Schluss sehr gut besucht war.

Dirk Wymar stammt aus Pesch. Viel Zeit für Hobbys bleibt ihm nicht: „Ich arbeite ja fast nur“, sagte der 52 Jahre alte Fan von Borussia Mönchengladbach. „Ach ja, ich trinke noch gerne Bier, wenn man das als Hobby bezeichnen kann“, fügte er scherzhaft hinzu. Als Minister werden ihn Josef Conen und Felix Frommen unterstützen.

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