Korschenbroich: Niederrhein-Klinik schließt mit Neurologie eine Lücke

Korschenbroicher Reha-Klinik : Niederrhein-Klinik um Neurologie erweitert

Die neue Abteilung Neurologie der Korschenbroicher Einrichtung verbessert die Versorgung von Schlaganfallpatienten. Diese profitieren von wohnortnaher Unterbringung.

Mit steigender Lebenserwartung im Zuge des demographischen Wandels erhöht sich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die neurologische Rehabilitation zielt darauf ab, individuelle Funktionsdefizite Betroffener zu vermindern und ihnen eine möglichst selbstständige Teilhabe im persönlichen Umfeld zu ermöglichen. „Wenn wir eine Brandmauer einziehen, ist das sehr hilfreich. Rehabilitation kann vor einer Pflegebedürftigkeit schützen – das gilt gleichermaßen für Betroffene wie auch für die Kostenträger“, sagt Udo Kratel, Geschäftsführer der Niederrhein-Klinik. Die hat nun nach 20 Jahren am Standort Korschen­broich mit der Neurologie eine neue Fachabteilung eingerichtet.

In den vergangenen Monaten wurden Patientenzimmer für den speziellen Bedarf neurologisch Erkrankter umgebaut. Zusätzlich zu 27 Einzelzimmern sind zwei Mehrbettzimmer wie auch Räume für Therapieanwendungen entstanden. „Die Abteilung Neurologie ist neu, doch die Klinik funktioniert seit 20 Jahren gut und kann auch hier von diesen Erfahrungen zehren“, sagt der neue Chefarzt Marcus Schaufenberg zu den guten Bedingungen für den Neustart.

Der gebürtige Korschenbroicher ist seit Jahren in der neurologischen Rehabilitation tätig. Unter anderem wirkte der 52-Jährige viele Jahre in der „Ambulanten Neurologische Rehabilitation“ bei der „savita“ Rehabilitations- und Gesundheits-GmbH in Neuss. „Uns ist es gelungen, ein Team mit gutem Know-how zusammenzustellen“, stellt er für Korschenbroich fest. Schaufenberg betont, wie wichtig für Schlaganfallpatienten ein intensives Programm ist, um Fähigkeiten wiederzuerlangen und zu kompensieren.

„In der Niederrhein-Klinik unterstützt mein Team über mehrere Wochen die Patienten dabei, ihre Mobilität zurückzugewinnen und eine Selbstversorgung zu ermöglichen. Das schafft Raum für eine enge Zusammenarbeit und gemeinsame Erfolgserlebnisse“, hebt der Arzt hervor. Er weiß, dass Patienten nach Akutphase und Frührehabilitation im Krankenhaus in der anschließenden stationären Rehabilitation am liebsten wohnortnah untergebracht werden. Diese Nähe ermöglicht eine intensivere Begleitung durch Angehörige, die so auch eher zu Co-Therapeuten für den häuslichen Alltag angeleitet werden können.

„Der Bedarf ist da und wird noch steigen. Wir schließen eine wichtige Lücke in der Versorgung von Schlaganfallpatienten im Rhein-Kreis Neuss. Innerhalb der St.-Augustinus-Gruppe gibt es mit dem Johanna-Etienne-Krankenhaus sowie der savita zwei Einrichtungen, die neurologische Patienten innerhalb des sogenannten Phasenmodells versorgen“, betont Kratel die Notwendigkeit der Abteilung als wichtiges Glied zwischen der akutmedizinischen, frührehabilitativen und ambulanten Reha-Versorgung. Da die Klinik eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Augustinus-Gruppe ist, sieht Kratel eine enge Vernetzung der Einrichtungen und einen regelmäßigen Austausch der Experten gegeben. Auch davon profitieren die Patienten.

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