Korschenbroich: Neue Initiative gegen Fluglärm durch Flughafen Düsseldorf

Initiative in Korschenbroich : Ein neuer Versuch gegen den Fluglärm

In Korschenbroich hat sich eine weitere Initiative gegründet. Nun gehen schon drei Gemeinschaften in der Stadt gegen die Auswirkungen des Flugverkehrs in Düsseldorf vor. Die Gruppe will auch mit Initiativen anderer Städte kooperieren.

Das Thema Fluglärm soll in Korschenbroich eine noch größere Aufmerksamkeit bekommen. Denn mit einer am Mittwochabend gegründeten Initiative gibt es nun drei solcher Zusammenschlüsse gegen den Fluglärm in der Stadt. Dabei weiß derzeit noch niemand, ob die Geräusche, die von den Maschinen verursacht werden, tatsächlich zu laut sind, oder nur so empfunden werden. Eine Messstelle, die genaues Zahlenmaterial liefern könnte, gibt es in Korschenbroich bislang nämlich nicht. So könnte es eine der Forderungen der neuen Initiative sein, Messungen vorzunehmen. Alles andere soll auf einer ersten Mitgliederversammlung nach den Ferien besprochen werden.

Steffen Eckert und Gabi Pauly hatten die Initiative ins Leben gerufen und bei einem Vorbereitungstreffen gemeinsam mit anderen Interessenten am 12. Juni beschlossen, eine Bürgerinitiative zu gründen. „Ich habe heute mit etwa acht oder neun Menschen gerechnet“, sagte Eckert am Mittwochabend. Tatsächlich aber kamen fast 30 Menschen, unter ihnen auch alte Kämpfer gegen den Lärm aus anderen Initiativen. Es gehe nun darum, die Initiative zu gründen und einen ersten Vorstand zu wählen, sagte Eckert. Er selbst wurde Vorsitzender, Gisela Lübben seine Stellvertreterin, Gabi Pauly wird sich um die Finanzen kümmern. Zudem gibt es mit Ratsherr Wolfgang Houben und Werner Ortmann zwei Beisitzer, die beide Experten gegen den Fluglärm sind.

Als Name wählten die insgesamt 20 Menschen, die sich an diesem Abend für eine Mitgliedschaft entschieden, „Korschenbroicher gegen Fluglärm“. Da Houben den Namen „Bürger gegen Fluglärm“ besser gefunden hätte und Ratsherr Wolfgang Lieser in keinem der Namen den Kampf gegen das unerlaubte, gesundheitsschädliche Ablassen von Kerosin wiederfand, soll der Vorstand zur nächsten Sitzung einen neuen Vorschlag machen.

Ortmann brachte zur Gründung einen ganzen Koffer voll Unterlagen vergangener Schlachten gegen den Fluglärm mit. Es sind die Dokumente, die von Kleinenbroicher, Kaarster und Meerbuscher Initiativen im Laufe der Jahre zusammengetragen wurden. Der neue Vorstand machte sogleich klar, dass er mit den anderen Initiativen zusammenarbeiten wolle. Das gilt im Stadtgebiet insbesondere für die Initiative in Kleinenbroich, aber auch in Herrenshoff. Und das, obwohl Gerd Salzmann von der Herrenshoffer Interessengemeinschaft deutlich machte, dass sich seine Initiative ausschließlich gegen Lärm vom Flugplatz Mönchengladbach wende und daher auch laut eigener Satzung nicht in der neuen Initiative mitmachen könne. „Der Fluglärm von Düsseldorf liegt außerhalb unseres Erfahrungsbereiches“, sagte Salzmann.

Bei dem, was man nun als erstes bearbeiten solle, half Gerd Sack vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Er erinnerte an einen Beschluss des Stadtrates vom 14. April 2005. Damals hätten alle Fraktionen unter anderem eine Messstation in Kleinenbroich beschlossen. Dies sei aber nicht umgesetzt worden. Die neue Initiative könne dies erneut aufrufen. Der neue Vorsitzende war jedoch nicht so begeistert davon, sich sofort auf ein Thema festzulegen. Er möchte, dass die Initiative erst einmal in Ruhe darüber spricht, wie sie nach den Ferien starten möchte.

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