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Korschenbroich: Nach tödlichem Unfall von Twizy-Fahrer dankt Witwe den Helfern

Nach tödlichem Unfall von Twizy-Fahrer : Witwe dankt „großartigen“ Helfern in Korschenbroich

Vor zehn Tagen ist ein Twizy-Fahrer aus Hochheim bei einem Unfall in Korschenbroich ums Leben gekommen. Seine Frau wandte sich über die sozialen Medien an die Ersthelfer. Einen persönlichen Kontakt stellt nun die Polizei her.

Ihr Beitrag bei Facebook berührt viele Menschen: Carla Durchleuchter sucht jene Personen, die am Samstag vor einer Woche nach einem schweren Verkehrsunfall in Epsendorf versucht haben, ihrem Mann zu helfen. Der 50-Jährige war laut Polizei mit seinem Renault Twizy am 14. Mai gegen 5 Uhr von der Fahrbahn abgekommen, gegen einen Baum geprallt und kurz darauf gestorben (unsere Redaktion berichtete).

Als die Polizei eintraf, zeigte der Mann keinerlei Vitalfunktionen. Bis zum Eintreffen des Notarztes führten die Beamten Reanimationsmaßnahmen durch. Der 50-Jährige erlag jedoch später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Kurz danach stand bei Carla Durchleuchter, die mit ihrem Mann Gregor Recke in Hochheim am Taunus lebt, die Polizei vor der Tür und überbrachte die traurige Nachricht, wie sie unserer Redaktion berichtet. Weiter erzählt sie, dass ihr Mann über das Wochenende an einem Twizy-Treffen in Krefeld teilnehmen wollte.

 Der Renaul Twizy: Mit einem solchen elektrischen Fahrzeug war der 50-Jährige in Korschenbroich unterwegs zu einem Twizy-Treffen in Krefeld.
Der Renaul Twizy: Mit einem solchen elektrischen Fahrzeug war der 50-Jährige in Korschenbroich unterwegs zu einem Twizy-Treffen in Krefeld. Foto: sp-x

Weil der elektrische Renault-Zweisitzer, der versicherungstechnisch als Quad läuft, nur eine Geschwindigkeit von knapp 50 Stundenkilometern schaffe und nach einer Stunde Fahrzeit wieder etwa eine Stunde aufgeladen werden müsse, habe ihr Mann die 250 Kilometer lange Route nach den Auflademöglichkeiten geplant. „An diesem Auto hing sein Herz. Er war nur aus Spaß in dieser Region unterwegs“, sagt die Witwe.

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Was letztlich die Ursache für den Unfall gewesen ist, weiß sie nicht. „Wie ich erfahren habe, war mein Mann wohl nach dem Unfall sofort bewusstlos“, sagt die 44-jährige. Über Facebook sucht sie nun „die großartigen Menschen, die am Samstagmorgen meinem Mann nach seinem schweren Verkehrsunfall mit seinem Renault Twizy Erste Hilfe geleistet haben. ... Leider hat mein Mann den Unfall nicht überlebt, aber ich möchte mich von Herzen bei denen bedanken, die so viel Courage hatten und ihr Möglichstes gegeben haben, dass es anders endet.“

Viele Beileidsbekundungen hat sie seitdem erhalten. Die Helfer seien nicht darunter gewesen, so Durchleuchter. „Vielleicht haben sie die Sorge, dass ich mehr über den Zustand meines Mannes erfahren oder mich ausheulen will. Das ist aber nicht der Fall. Die Bilder in meinem Kopf sind schon schlimm genug.“ Sie hofft, dass ihr Dank auch so bei den Helfern ankommt.

Dafür sorgt nun zudem die Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Als Sprecherin Daniela Dässel über unsere Redaktion von dem Anliegen der Witwe erfährt, nimmt sie Kontakt mit den vier erfassten Zeugen auf, erreicht zwei von ihnen. Einer der Zeugen, ein junger Mann aus Korschenbroich, erklärt sich damit einverstanden, dass die Polizei den Kontakt zur Witwe herstellt. Ein anderer Zeuge habe abgelehnt, weil ihn das Geschehene noch zu sehr belaste, so Dässel.

Auch dafür hat Durchleuchter Verständnis. In ihrem Post schreibt sie: „Ich verstehe, dass diejenigen eventuell anonym bleiben wollen. Es werden keine schönen Bilder sein, die sie zu verarbeiten haben.“

Die 44-Jährige hat jetzt nicht nur ihre Trauer zu bewältigen – sie hat noch weitere Probleme: „Mein Mann war der Hauptverdiener, mein Einkommen reicht nicht für die Miete. Ich werde mein Leben komplett neu sortieren müssen.“ Das Paar war zehn Jahre verheiratet, seit 24 Jahren zusammen.