Korschenbroich: Myriane Angelowski las bei Barbers aus "Porzellankind"

Lesung in Korschenbroich : „Porzellankind“ ist nichts für Anfänger

Myriane Angelowski schreibt eigentlich Köln-Krimis. Ihr erster Thriller war hingegen eine besondere Herausforderung. Vier Jahre brauchte sie für das Buch. Und auch auf die Leser wartet eine Aufgabe.

Es sei ihr bislang persönlichstes Buch. Man könne „Porzellankind“ nicht einfach so nebenbei lesen. Myriane Angelowski sagte, sie habe mit dem Schreiben schon mal aufhören müssen. Eine Leserin sagte, sie habe beim Lesen eine Pause einlegen müssen. Es scheint also eine Herausforderung zu sein, sich den Thriller „Porzellankind“ zu Gemüte zu führen. Die Kölner Autorin verriet zur Lesung in der Buchhandlung Barbers, die jetzt seit fünf Jahren besteht, noch weniger als es sonst üblich ist über das Buch, um das es ging. Und sie machte neugierig auf einen Lesestoff, der nichts für Anfänger zu sein scheint.

Die 57-Jährige habe vier Jahre lang an „Porzellankind“ geschrieben. Zwischendurch lieferte sie auf Wunsch ihres Verlages mit „Die dunklen Straßen von Köln“ einen ihrer Köln-Krimis ab. Der Handlungsort spielt bei dem Thriller keine Rolle, er scheint dem Namen nach im englischsprachigen Raum zu liegen. Die Autorin beurteilt ihr jüngstes Werk, das im September erschienen ist und sich schon gut verkauft, so: „Es ist ein sehr stilles Buch, ein schleichender Thriller, ziemlich kompromisslos.“

Die studierte Sozialarbeiterin, die zehn Jahre lang bei der Stadt Köln gearbeitet hat, stellte eine der Hauptpersonen vor: Ellis, deren Eltern eine Backwarenfirma haben und höchst problematische Leute sind. Immer wenn die Autorin flüsterte, schlüpfte sie in die Rolle von Dorothy, die imaginäre Freundin von Ellis, die neun Jahre alt ist, als die Zuhörer jetzt zum ersten Mal von ihr hören. Die Mutter bezeichnet ihre Tochter als den Teufel in Person und später wird deutlich, dass ein schlimmer Verdacht auf ihr lastet: Sie soll ihren kleinen Bruder, ein Schreikind ermordet haben. Ob das zutrifft, erfahren die Zuhörer nicht, nur, dass die Beschuldigte das leugnet.

Myriane Angelowski gestaltete den Abend sehr abwechslungsreich. Sie hatte ein altes Puppenhaus mitgebracht, von dem sie sich hat inspirieren lassen – so gibt es im Buch jemanden, der Puppenhäuser baut und damit Morde nachstellt. Ein Überraschungseffekt: „Ich verlose bei jeder Lesung etwas. Der Gewinner findet einen Zettel unter seinem Stuhl, den ich dort vor der Lesung angeklebt habe“, erklärte die Autorin. Die glückliche Buch-Gewinnerin wird die Lesung garantiert nicht vergessen.

Unvergesslich soll auch die Lektüre von „Porzellankind“ sein. „So etwas habe ich noch nie gelesen“, habe eine Frau zu Angelowski gesagt. Das sei das größtmögliche Lob gewesen. Potenziellen Lesern gab die Autorin folgenden Tipp: „Verlassen Sie sich einfach darauf, dass alles, was in dem Buch steht, einen Sinn macht.“

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