Korschenbroich: Monika Schmitz, Fürsprecherin für mehr Frauenrechte in der Kirche

Monika Schmitz aus Korschenbroich : Sie ist eine Fürsprecherin für mehr Frauenrechte in der Kirche

Für die Korschenbroicherin Monika Schmitz ist es ein Unrecht, Frauen das Diakonat und Priesteramt zu verweigern. Als Vorstandsmitglied des kfd Diözesanverbands Aachen setzt sie sich seit Jahren für eine Reform der Kirche ein.

Sie sei früher schüchtern gewesen, sagt Monika Schmitz über sich. Doch das Ehrenamt habe sie gelehrt, sich einzubringen für das, was Recht sein sollte. Bei der Protestaktion Maria 2.0 in Mönchengladbach trug sie Bischof Helmut Dieser klar argumentierend ihr Anliegen vor: Eine geschwisterliche Kirche ist nur möglich, wenn Frauen und Männer eine Erneuerung gemeinsam und gleichberechtigt gestalten.

Die aus Münster angestoßene Aktion Maria 2.0 mit der Forderung katholischer Frauen nach einer Reform der Kirche trug ein Thema in die Öffentlichkeit, das Monika Schmitz seit Jahren umtreibt. Die Liedbergerin ist geistige Leiterin der örtlichen kfd St. Georg und Vorstandsmitglied des kfd-Diözesanverbands Aachen. Die Katholikin wurde 1950 als älteste von drei Schwestern in Korschenbroich geboren und fühlt sich seit jeher der Kirche verbunden. Als bei der Tochter die Erstkommunion anstand, brachte sich Schmitz als Katechetin ein und organisierte später noch über Jahre die Kommunionfeier in der Gemeinde.

Um inhaltlich gefestigt zu sein, ließ sie sich liturgisch ausbilden und studierte Theologie im Fernstudium. Später „ergab“ sich die Wahl in den Vorstand des kfd-Diözesanverbands. Neben der Verbandsarbeit engagiert sie sich in der Heimat-Pfarre im Kranken- und Beerdigungsdienst und organisiert mit Ehemann Hans Trier-Wallfahrten für Senioren. „Meine ehrenamtliche Arbeit erfüllt mich sehr. Bibel und Evangelium sind meine Kraftquelle und haben mich sehr positiv geprägt. In der kfd kann ich meine Spiritualität und meinen Glauben leben“, sagt Schmitz. Sie entschied sich bewusst gegen die Rückkehr in den Beruf und für das Ehrenamt. „Eine Berufung zur Diakonin oder Priesterin habe ich nicht verspürt, doch es muss davon ausgegangen werden, dass auch Frauen eine solche Berufung empfinden“, sagt Schmitz.

Am Ende des Theologiestudiums und mit der Vorstandsarbeit im kfd-Diözesanverband stieß sie auf die Forderung nach einem Diakonat für Frauen, die sie seitdem nicht mehr loslässt. Zu ihren Schwerpunkten zählt die Kampagne „Frauen. Macht. Zukunft“. Schmitz besucht hochrangig besetzte Veranstaltungen zu den Themen, die ihr wichtig sind. „Wir diskutierten kontrovers, und irgendwann war mir klar, dass die Forderung gut ist. Theologisch ist alles gesagt. Es spricht nichts dagegen, Frauen zu berufen,“ versichert die Katholikin.  

Sie ist von der Wahrheit der „Osnabrücker Thesen“ überzeugt, die zum Beispiel fordern: „Nicht der Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss“. Von ihrem Umfeld erfährt sie eine gute Resonanz auf ihren Einsatz, sie weiß aber auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema für „ganz konservative Menschen“ schwierig ist. „Auch hier hilft nur der Dialog“, betont sie. Für die Verbandsarbeit der kfd verbürgt die Liedbergerin eine intensive Auseinandersetzung. „Was nach außen getragen wird, wurde einer theologischen Überprüfung unterzogen und ist biblisch fundiert“, sagt Monika Schmitz.

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