Korschenbroich: Modellflug-Verein schult neue Piloten

Flieger: Modellflug-Verein schult neue Piloten

Schnupperkursus bei den Flugmodellsportlern: Der Kleinenbroicher Verein wirbt für das Hobby. Wer am Computer Flugsimulator spielt, hat gute Chancen, echte Modelle schnell steuern zu können.

Das Modell von Georg Lehmacher ist gleich mehrfach abgestürzt. Im echten Leben wäre das wohl ein Schaden von mehreren Tausend Euro – am Simulator allerdings ist mit einem Mausklick alles wieder vergessen. Der 62-Jährige flog jetzt virtuell beim Flugmodellsportverein (FMSV) Kleinenbroich Probe, um ein Gefühl für die Steuerung eines Modellfliegers zu bekommen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die am Computer bereits Flüge simuliert haben, oft ein gutes räumliches Denken mitbringen“, sagt Vereinsvorsitzender Kay Matthiesen. In der Praxis würden „virtuell Flugerfahrene“ häufig schneller echte Modelle steuern können.

 Nach der Theorie am Computer folgte für Georg Lehmacher jetzt beim Schnupper-Flugtag des Modellflug-Vereins die Praxis: „Ich konnte zum ersten Mal ein Modell steuern – mit einem Fluglehrer an meiner Seite.“ Ein bisschen sei es wie in der Fahrschule gewesen, berichtet der Lehmacher, der über einen Kollegen auf das Hobby aufmerksam wurde. „Ich könnte mir gut vorstellen, das einmal selbst auszuprobieren.“ Der Ratinger war bei der Veranstaltung einer von rund 20 potenziellen Neumitgliedern, die sich beim Verein auf dem Flugfeld zwischen Kleinenbroich und Glehn informierten.

 Seit einigen Jahren machen die Kleinenbroicher Flugmodellsportler gezielt mit Veranstaltungen auf ihr Hobby aufmerksam – mit Erfolg, wie Kay Matthiesen berichtet: „Wir haben rund 150 erwachsene Mitglieder. Damit stehen wir kurz vor der Aufnahmegrenze, haben aber noch ein bisschen Platz.“ Besonders freut ihn, dass sich auch die Zahl der Nachwuchspiloten im Verein mit rund 20 konstant hält. Die Jugendwarte des Vereins betreuten Kinder und Jugendliche in den Bastelräumen der Realschule, um sie an das Modellfliegen spielerisch heranzuführen.

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 Beim Schnupper-Flugtag nahmen auch einige junge Menschen die Steuerung eines Modellfliegers in die Hand und manövrierten es mit Hilfe erfahrener Piloten durch die Luft. Alan Rommel aus Lüttenglehn ist einer, der auch mal klein angefangen hat. Inzwischen zählt der 17-Jährige fast schon zu den „alten Hasen“, wenn es ums Modellfliegen geht. Als „Fluglehrer“ zeigte er Neueinsteigern, worauf es ankommt. „Ich fühle mich beim Fliegen einfach frei“, sagt der 17-Jährige – und das, obwohl er gar nicht selbst abhebt, sondern mit der Fernbedienung am Boden steht. 

 Seine Gefühle spiegelten sich auch im Flugstil wider: Wenn er gut gelaunt ist, fliegt er besonders sanft. „Mit der Zeit habe ich auch einige Figuren gelernt“, sagt Alan Rommel, den das Modellflug-Fieber vor sieben Jahren gepackt hat. Damals hatte er einen Modell-Helikopter zum Geburtstag geschenkt bekommen. „Bis heute fliege ich zu 90 Prozent Helikopter“, sagt er, inzwischen Profi-Modelle mit einem Rotorkreis von bis zu 1,60 Metern. Wer neu anfängt, Modelle zu fliegen, fängt laut Vereinschef Matthiesen allerdings meist mit Flächen-Fliegern an, also mit Seglern statt mit Helikoptern. „Das ist sinnvoll, weil sich Flächen-Flugzeuge für Einsteiger etwas leichter fliegen lassen“, sagt er.

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