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Korschenbroich: Milan Thüer beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert"

17-Jähriger aus Korschenbroich beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ : Musik bestimmt das Leben von Milan Thüer

Der 17-Jährige qualifizierte sich in gleich drei Kategorien für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Auch sonst ist er stark gefordert: Er steht im Abitur und bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule vor.

Eigentlich war der erste Blockflötenunterricht nur als Übergang gedacht. Doch Milan Thüer erkannte in dem vermeintlichen Anfänger-Instrument Möglichkeiten, die weit über gängige Vorstellungen hinaus gehen. Über die Flöte fand der heute 17-jährige Korschenbroicher zur Alten Musik. Das mit der Gattung verbundene Spiel im Ensemble weckte den Wunsch, auch das Cembalo zu spielen. Da zählte das Klavier mit der Flöte schon zu seinen „ständigen Begleitern“.

Durch das Schulprojekt Streichinstrument fand der Gymnasiast der Bischöflichen Marienschule zum Kontrabass. Schließlich kam auch noch das Orgelspiel dazu. Beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ gelang dem wettbewerbserfahrenen Musiker erneut ein großer Coup. Er qualifizierte sich in gleich drei Kategorien für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“: Blockflöte solo, am Klavier im Duo für Klavier und ein Streichinstrument sowie als Begleiter am Cembalo – in diesen Kategorien erreichte er den ersten Platz. Im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ geht es nun für ihn weiter.

Er sei aktuell schon gut beschäftigt, sagt der Schüler, für den der Bundeswettbewerb nur eine von insgesamt drei besonderen Herausforderungen ist: Er steht derzeit im Abitur und bereitet sich auf die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule vor. Erstaunlich gelassen beschreibt der Korschenbroicher, der im Fach Kontrabass bereits Jungstudent an der Robert Schumann Hochschule ist, das selbst auferlegte Pensum.

Das tägliche Üben gestalte er abhängig von den Instrumenten und aktuellen Herausforderungen wie etwa den Wettbewerben. Blockflöte und Klavier übe er regelmäßig, die Orgel angepasst an die gerade verfügbare Zeit. Die meiste Zeit aber verbringe er am Kontrabass. Hinzu kommt die Koordination des Unterrichts an den Musikschulen Mönchengladbach und Rhein-Kreis Neuss mit Privatstunden in den Fächern Cembalo und Orgel.

„Ich versuche, die Balance zu finden. Bisher hat es sehr gut geklappt. Natürlich stellt sich auch manchmal die Frage nach Prioritäten, und da hat die Musik doch eher die Nase vorn“, beschreibt der 17-Jährige die Abstimmung der geballten Herausforderungen an mehreren Schauplätzen.

Die Musik bestimme sein Leben, soweit er zurückdenken könne, sagt Milan Thüer. Begonnen habe es mit dem ersten Blockflötenunterricht bei seiner Mutter. Diese ist wiederum Gymnasiallehrerin und von Hause aus Trompeterin. Die Musik soll auch das weitere Leben und die berufliche Karriere prägen.

„Ich habe immer schon auf ein Studium hingearbeitet. Doch erst seit ein bis zwei Jahren steht die Entscheidung auch tatsächlich“, erzählt Thüer. Für seine Zukunft behält er sich mehrere Alternativen vor. „Das Feld Musik bietet viele Möglichkeiten. Als erstes will ich Kontrabass studieren und dann weitersehen. Mit dem Schwerpunkt könnte ich mich für Orchestermusik und eine sichere Stelle im Orchester entscheiden. Vielleicht ergibt sich eine Solokarriere. Ich könnte zudem Dirigat und Komposition studieren“, zählt er weiter auf. Es bereite ihm große Freude zu komponieren. „Da würde ich gerne weiter dran arbeiten. Das ist aber eine Option, die ich fürs erste in die Zukunft stelle. Da will ich mich noch nicht festlegen“, so Thüer zu seinen Plänen.

Die Musik bezeichnet er als „großes Hobby und Interessengebiet“. Andere Freizeitbeschäftigungen wie etwa Lesen, rücken da auch mal in den Hintergrund. Während der Corona-Krise habe er mehr Zeit gefunden für sein Interesse an technischen Dingen. Die neu erworbenen Kenntnisse kommen ihm jetzt für seine Wettbewerbteilnehme zugute. Denn der Bundeswettbewerb findet coronabedingt online statt. Die Kandidaten müssen ihre Beiträge als Video aufzeichnen und einschicken. Auch diese Anforderung nimmt Thüer gelassen: „Das ist doch eine Supermöglichkeit, sich mit Aufnahmemöglichkeiten zu beschäftigen.“