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Korschenbroich: Mein erster City-Lauf. Ein Selbstversuch trotz Corona.

Der „Fun-Run“ im Selbstversuch : Mein erster Korschenbroicher City-Lauf

Die Traditionsveranstaltung fand am Sonntag virtuell statt. Jeder konnte überall mitmachen und sein Ergebnis auf die Veranstaltungshomepage laden. Unser Redakteur war für seinen Selbstversuch auf der Originalstrecke unterwegs.

Dass ich das Ziel erreicht habe, verrät mir keine Markierung, keine Linie, kein Applaus. Es meldet sich lediglich eine Stimme aus meiner Hosentasche. Als ich gerade wieder auf die Hindenburgstraße abgebogen bin, sagt sie: „Fünf Kilometer.“ Ein gutes Stück vor dem errechneten Ziel an der Sparkasse. Was vermutlich weniger an einer ungenauen Streckenmessung als an der kleinen Extra-Schleife liegt, die ich in der ersten großen Runde eingelegt habe. So genau habe ich mir die Strecke dann wohl doch nicht eingeprägt.

Der Internationale Korschen­broicher City-Lauf sollte an diesem Sonntag zum 32. Mal stattfinden. Eigentlich. Doch die diesjährige Austragung wurde im Zuge der Corona-Krise abgesagt. 4000 Sportler und 14.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Laufsonntag nach Korschenbroich. In diesen Zeiten unvorstellbar. Doch die Organisatoren hatten eine Idee. Statt des 32. City-Laufs fand der erste „Virtual Fun-Run“ der Korschenbroicher Geschichte statt. Die Sportler konnten jeder für sich die fünf oder zehn Kilometer am Sonntag laufen, ihr Ergebnis auf der Veranstaltungsseite hochladen und sogar eine Urkunde herunterladen. Der „Fun-Run“ stieß auf großes Interesse. Am Sonntagnachmittag hatten sich bereits mehr als 400 Menschen beteiligt. Der Ort des Laufes blieb dabei jedem selbst überlassen.

Um meinem Debüt wenigstens ein wenig City-Lauf-Flair zu verleihen, habe ich die Originalstrecke gewählt. Eine kleine und drei große Runden durch den Korschenbroicher Ortskern. Da ich mich mit meiner Idee am Freitag selbst überrascht habe, blieb keine Zeit zur Vorbereitung. Es geht also nur um eins: ankommen.

Wo sich ein Jahr zuvor noch Tausende Menschen tummelten, ist an diesem Sonntag wenig los. Spaziergänger nehmen meine Laufrunde mehr oder weniger überrascht zur Kenntnis. Auch ein paar Radfahrern begegne ich an der Strecke. Es gibt jedoch auch einige wenige, die offensichtlich meine Pläne teilen. Kurz vor meinem Start läuft eine Familie an mir vorbei. Vater und Tochter. Die Mutter ist auf einem Fahrrad mit Anhänger ebenfalls dabei.

Da es mein erster City-Lauf ist, habe ich mir die Strecke am Vortag im Internet herausgesucht. Ich beginne gemächlich und werde Kilometer für Kilometer ein wenig schneller. Trotzdem steht am Ende knapp die „Drei“ vorne: 30 Minuten und 13 Sekunden bescheinigt mir mein Handy. Da ist mit Training und Publikum sicher noch Luft nach oben. Aber: angekommen.

Kurz zuvor, gerade bin ich in meine vierte Runde abgebogen, stehen ein Mann und eine Frau am Start. Als ich fertig bin und gerade zum Auto gehe, laufen sie wieder an mir vorbei. Der Mann zuerst, mit etwas Abstand die Frau. Beide in modischem City-Lauf-Orange. Ich rufe ihnen „Viel Erfolg“ zu und frage wie viele Kilometer sie laufen. Der Mann zehn. Die Frau fünf. Ich sei ebenfalls die kürzere Strecke gelaufen, sage ich ihr. „Das reicht auch“, antwortet sie. Und läuft weiter.