Korschenbroich: Manfred Schmidt hat zwei neue Bücher veröffentlicht

Der Korschenbroicher Autor Manfred Schmidt : Der schreibende Physiotherapeut

Manfred Schmidt aus Korschenbroich veröffentlicht Bücher. Über Geographie, Geschichte und seine Heimat am Niederrhein. Gerade erst sind zwei neue erschienen. Angefangen hat alles mit seinem eigentlichen Beruf.

Als Berufsschullehrer hat Manfred Schmidt Physiotherapeuten ausgebildet. Doch seine Leidenschaft galt schon immer der Geographie und Geschichte. In den vergangenen Jahren veröffentlichte der Korschenbroicher rund ein Dutzend Bücher. Viele davon über seine niederrheinische Heimat. Das hat er auch seinem eigentlichen Beruf zu verdanken.

„Als Lehrer war es unheimlich schwer, die passenden Fachbücher zu finden“, sagt Schmidt. Statt eines Buches musste er seinen Schülern gleich drei oder vier verschiedene vorlegen. Zu einem Thema. Also begann Schmidt selbst Unterrichtsmaterialien zu verfassen. Erst als kleine Arbeitsmappe. Später als ganzes Buch. Ohne Veröffentlichung, nur für seine Schüler. Und doch: Ein Anfang war gemacht. Schmidt hatte sein erstes Werk geschrieben.

Seitdem widmete sich Schmidt seinen Herzensthemen. Er beschäftigte sich mit geographischen Kuriositäten, mit Binnenseeinseln, aber auch mit seiner Vorliebe zur Etymologie, der Herkunft und Geschichte von Namen. So schrieb Schmidt Bücher wie „Die kuriosen deutschen Ortsnamen“ oder „Das Bandnamenbuch“. Heute liegt sein Schwerpunkt bei Veröffentlichungen über seine Heimat. Seine Heimaten am Niederrhein.

Denn geboren ist Schmidt im Duisburger Stadtteil Meiderich. „Viele meinen dann: Du stammst ja aus dem Pott“, sagt er. „Aber das stimmt nicht. Duisburg ist beides. Teils Ruhrgebiet, teils Niederrhein.“ Über seinen Geburtsort veröffentlichte er „Zeitsprünge Meiderich“, eine Gegenüberstellung historischer und neuer Fotografien. Über seinen zwischenzeitlichen Wohnsitz in der Landeshauptstadt verfasste er mit seinem Sohn zudem die „Zeitsprünge Düsseldorf-Bilk“.

Heute lebt Schmidt in der Korschenbroicher Kernstadt. Dort hat er auch an zwei neuen Büchern gearbeitet, die kürzlich erschienen sind. Eins davon im Eigenverlag: „Das Fußball Lexikon Niederrhein“. „Die Verlage wollen so etwas in Zeiten von Wikipedia nicht mehr“, sagt Schmidt. Durchgezogen hat er sein Projekt dennoch. „Ich weiß, dass ich damit kein Geld verdienen werde“, sagt er. Aber es sei ihm wichtig gewesen, das Lexikon zu verfassen.

Für seine Recherche hat Schmidt sich durch die Internetauftritte aller aktiven Vereine am Niederrhein gearbeitet, hat ihre Vorsitzenden kontaktiert, Informationen und Bilder gesammelt. Herausgekommen sind 276 Seiten, auf denen er neben den Vereinen auch alle hochklassigen vom Niederrhein stammenden Fußballer vorstellt. In einem dritten Teil widmet er sich allgemeinen Informationen zu Begriffen und Wettbewerben. „Ich wollte das nicht ganz trocken verfassen“, sagt er. „Es finden sich auch lustige Dinge. Vieles ist zum Schmunzeln.“ Wie die Geschichte von der Fußballmannschaft, die nur aus einer einzigen Familie bestand.

Die zweite Neuerscheinung Schmidts ist hingegen eine Auftragsarbeit. Der Erfurter Sutton-Verlag hatte ihn gefragt. Schmidt sagte gerne zu und hat das erst in dieser Woche erschienene „Niederrhein – 55 Highlights aus der Geschichte“, verfasst. Dort finden sich meist positive Erzählungen über Personen, Orte und Ereignisse, die die Region gepägt haben. Von Heinrich Heine über Hanns Dieter Hüsch bis hin zum legendären Büchsenwurf vom Bökelberg.

So sehr er sich freut, wenn seine Bücher gelesen werden. Für den Autodidakten Schmidt ist das Schreiben reines Hobby, wie er sagt. „Schon das Wort ‚Autor’ finde ich schwierig“, sagt er. Mit „Schriftsteller“ könne er gar nichts anfangen. Es sei eine Leidenschaft, die ihm Freude bereitet. Und der Region bestimmt noch weitere Neuerscheinungen bescheren wird.