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Korschenbroich: Linke streitet über Zusammenarbeit mit Zentrumspartei

Politik in Korschenbroich : Die Linke streitet über Zusammenarbeit mit Zentrumspartei

Weil Heiner Bäther in Korschenbroich gemeinsam mit seinem Ratskollegen Wolfgang Hübgens eine Fraktion bildet, fordern Neusser Parteikollegen seinen Rücktritt als Kreissprecher.

Eine Mini-Fraktion im Korschenbroicher Stadtrat sorgt für Unmut bei den Linken in Neuss. Wegen der Zusammenarbeit mit der Zentrumspartei distanziert sich der dortige Ortsverband vom Korschenbroicher Linken-Ratsherrn Heiner Bäther. Mehr noch: Die Neusser fordern seinen Rücktritt als Kreissprecher.

„Die Zusammenarbeit mit der Zentrumspartei widerspricht dem Grundverständnis der Partei Die Linke“, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Der Neusser Ortsverein begründet seine Ablehnung unter anderem programmatisch. Dass sich die Zentrumspartei beispielsweise gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausspreche, in Flüchtlingen eine Gefahr für das Christentum in Deutschland sehe und Abtreibungsgegner in ihren Reihen habe, sei nicht mit den Ideen der Linken vereinbar. Aber auch die zeitweise Zusammenarbeit zwischen Zentrum und AfD im benachbarten Kaarst stieß übel auf.

„Das ist die Meinung eines Ortsvereins, die der des Kreisverbands widerspricht“, sagt Bäther zu der Distanzierung aus Neuss. Er könne zwar verstehen, wenn die Fraktion skeptisch beäugt werde. „Man kann die Kommunalpolitik aber nicht mit Bundes- und Landespolitik vergleichen.“ In Korschenbroich habe sich der Linke-Ortsverein einstimmig für die Zusammenarbeit ausgesprochen. „Wolfgang Hübgens ist sehr sozial eingestellt“, sagt Bäther zu seinem Zentrum-Bündnispartner. Er wolle sich an der Arbeit der Fraktion messen lassen.

Auch Hübgens kann den Konflikt nicht nachvollziehen. Zwar sei er Mitglied der Zentrumspartei, weil er zu deren programmatischen Überzeugungen stehe. Doch einen Einfluss auf die Kommunalpolitik sehe er dadurch nicht. „Wir waren uns sympathisch“, sagt Hübgens über das erste Treffen mit Bäther. Er sehe keine Hindernisse für eine weitere Zusammenarbeit.

In Neuss bangt man währenddessen um den eigenen Ruf in Stadt und Kreis. Eine Bündnisorganisation habe laut Mitteilung bereits erklärt, dass eine Zusammenarbeit mit der Linken im Rhein-Kreis nur möglich sein, wenn Bäther nicht mehr im Kreisvorstand sei. Der Konflikt wird sich also wohl kaum schnell befrieden lassen.