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Korschenbroich: Liedbergerin hat die Corona-Krise künstlerisch verarbeitet.

Kunsthaus Dreho in Liedberg : Das Coronavirus als Schlange

Die Liedbergerin Gabriela Drees-Holz hat die Krise künstlerisch verarbeitet. Ihre Exponate hatte sie im Sandbauernhof platziert, ohne dass sie jemand sehen durfte. Abhilfe soll da ein Video schaffen.

Das Coronavirus und seine schnelle, weltweite Ausbreitung hat der Liedberger Künstlerin Gabriela Drees-Holz Angst gemacht. Von dieser Angst hat sie sich jedoch nicht lähmen lassen – im Gegenteil: Sie hat das, was jetzt gerade passiert, in Kunst umgesetzt. Die Exponate hatte sie im Sandbauernhof platziert, kein einziger Besucher durfte sie sehen. Leonard Gincberg, Bereichsleiter an der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss, hat mit Perkussionsinstrumenten die Ausstellung musikalisch begleitet. Das machte Sinn, denn ein gut siebenminütiges Video ist bei YouTube eingestellt worden. Es heißt „Art during the shutdown“.

Gabriela Drees-Holz hat ihrer Ausstellung eine Dramaturgie verliehen, die durch die Klänge von Leonard Gincberg aus Kleinenbroich noch betont und verstärkt wird. Sie skizziert nicht nur die Gefahr, hinterfragt kritisch, was die Menschheit falsch gemacht haben könnte, sondern gibt zum Schluss auch Hoffnung.

Corona kommt bei ihr als Schlange daher, leise, hinterhältig, bedrohlich. Eine Schlange besteht aus mehreren Keramik-Komponenten, eine andere aus Stoff. Die Exponate sind vergleichsweise einfach zu interpretieren. Der Thron hat keine Sitzfläche mehr, ist zerstört, die Künstlerin sieht den Menschen als Mitschuldigen, als Jemanden, der sein Handeln überdenken und sensibler mit der Umwelt umgehen muss. Wie sehr der Virus ihm zugesetzt hat, ist an einer zweiteiligen Skulptur ablesbar: Ober- und Unterteil passen nicht wirklich zusammen, die Figur scheint roboterhaft, hat Rost angesetzt. Eine Frau ist kopflos und mit Säure übergossen, ein – ihr? – Kind zeigt eine Abwehrhaltung.

„Ich bin mittlerweile entspannter in Bezug auf Corona“, sagt die Künstlerin und hat dieses Empfinden auf ihre Kunst übertragen. Es gibt Hoffnungsschimmer. In einem Textilbild sind die Umrisse eines Menschen in frischem Gelb-Orange dargestellt, er scheint zu neuem, frischen Leben erwacht zu sein, ist aber noch nackt. Eine Stele aus Wolle auf gehäkeltem Draht öffnet sich nach oben hin und stellt einen Hoffnungsschimmer dar, ein Ende der Pandemie. Wie gesagt: Der Film mit allen Exponaten ist im Internet zu sehen. Aber wenn es am Sonntag, 24. Mai nicht regnet, wird Gabriela Drees-Holz alle „Darsteller“ dieses Films in ihrem Garten neben der Kapelle von Liedberg präsentieren.