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Korschenbroich: Liedberger ist Raubfisch-Angler des Jahres

Chefkoch des Landgasthauses : Liedberger ist Raubfisch-Angler des Jahres

Peter Schmitt kann gut kochen – und gut angeln: In seiner Freizeit fischt er rekordverdächtig große Hechte, Barsche und Zander aus Rhein und Maas. Mit einem Riesen-Barsch schaffte er es in der „Raubfisch-Liga“ auf Platz eins.

Auch mehr als acht Monate nach dem Fang gerät Peter Schmitt regelrecht ins Schwärmen: Es war der 17. Juni 2019, an dem der Barsch anbiss, den er heute als „einen Sechser im Lotto“ bezeichnet – ein prächtiges Exemplar, stolze 57 Zentimeter lang. „Das ist außerordentlich groß für einen Barsch“, sagt Schmitt, den viele als Chefkoch des Liedberger Landgasthauses kennen. Für diesen und andere Fänge von großen Raubfischen wurde er von einem Fachmagazin zum „Raubfisch-Angler des Jahres“ gekürt.

In die Bewertung der „Raubfisch-Liga“ floss auch ein 1,26 Meter langer und elf Kilo schwerer Hecht ein, den Peter Schmitt ebenfalls vergangenes Jahr aus dem Wasser zog. Überhaupt war 2019 für den Liedberger das Jahr der „dicken Fische“: Aus dem niederländischen Rheindelta und der Maas angelte er mehrere Raubfische größerer Kaliber. Darauf hat er sich vor etwa zwei Jahren spezialisiert. „Angeln an sich ist schon seit 48 Jahren mein Hobby“, sagt Schmitt, der sich sehr über die Auszeichnung mit Urkunde, Pokal und Angler-Equipment freut. Zum ersten Mal hatte er seine Fische in die Wertung gebracht; als „Neuling“ preschte er nun auf Anhieb ganz nach vorne – vorbei an zahlreichen anderen Hobby-Anglern, auf deren Köder auch bemerkenswert große Barsche, Hechte und Zander angebissen hatten.

Für den Koch ist das Angeln Entspannung und Sport zugleich, gepaart mit einem gewissen Jagdinstinkt. Er genießt die Natur an etwa 80 Tagen im Jahr, manchmal bis zu 14 Stunden am Tag – oder auch nachts, weil Zander dann aktiv sind. Wenn sich die Spitze der Angelrute verbiegt, fährt ein Adrenalinschub durch seinen Körper. „Dann heißt es: kräftig ziehen und sicher im Boot stehen“, sagt Schmitt. Manche Fische zögen so stark, dass sie ihm jede Menge Kraft abverlangten. Über Bord seines Motorbootes ist Schmitt noch nie gegangen – „einmal stand ich aber mit dem Fuß im Wasser. Das war knapp“, sagt er. Mit dem seetauglichen Boot hat er sich einen Lebenstraum erfüllt.

Um Raubfische zu locken, nutzt er nur künstliche Köder. „Anders als natürliche Köder wie Würmer schlucken die Fische den Köder nicht, sondern packen ihn von der Seite oder von hinten mit dem vorderen Bereich ihres Mauls“, erklärt Schmitt. In diesem Bereich des Mauls würden die Fische nicht verletzt und könnten deshalb nach dem Fang problemlos wieder ins Wasser geworfen werden. Anders als in Deutschland sei das Zurückführen ins Wasser in den Niederlanden erlaubt – und gewünscht. „Hechte müssen zurück ins Wasser, es sei denn, sie sind doch verletzt“, sagt Schmitt. Von Barschen und Zandern hingegen dürften jeweils zwei Exemplare aus dem Wasser entnommen werden. „Das dient auch der Bestandsregulierung.“

Wie bei vielen Anglern geht auch Schmitts Herz auf, wenn bei ihm ein Fisch anbeißt, der mehr als einen Meter misst. Das ist zumindest bei Hechten und Zandern so, die meist größer werden als Barsche. „Für die Bewertung ist nur die Länge ausschlaggebend, nicht das Gewicht. Die Länge messe ich mit einer speziellen Skala. Und ich mache ein Beweisfoto“, sagt der Koch, der ab und an auch einen Barsch angelt, um ihn zu Hause für seine Familie zuzubereiten. „Das sind aber meistens kleinere Fische, so um die 35 Zentimeter“, sagt Schmitt, der Barsche am liebsten klassisch mit frischem Spinat, Buttersoße und Kartoffeln serviert. Die neue Angel-Saison beginnt für ihn schon kommende Woche. Die Verteidigung seiner Platzierung ist jedoch nicht alles, worauf es ihm ankommt: „Ich freue mich über jeden Fisch, der kommt.“