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Korschenbroich: Liedberg genießt ein bisschen Kirmes-Gefühl

Am Wochenende in Korschenbroich : Liedberg genießt ein bisschen Kirmes-Gefühl

Kirmesfreunde kamen am Wochenende in Liedberg auf ihre Kosten. Neun Buden und zwei Karussells waren so etwas wie eine „Kirmes light“.

    Vor allem Familien mit Kindern, aber auch Schützen ignorierten das zum Teil sehr schlechte Wetter und genossen die Abwechslung in Corona-Zeiten. Volker Kallenberg, besser bekannt als „Curry Jupp“, war als Mitorganisator zufrieden: Am Freitag waren bereits 170 Besucher gekommen, und am Samstag wurde dieser Wert bereits nach zweieinhalb Stunden übertroffen. Woher man das so genau weiß? Jeder Besucher musste sich in eine Liste eintragen. Britta und Jörg Siegers sorgten dafür, dass sich jeder Besucher einschrieb.

Ein Kinderkarussell und ein Autoscooter, das sind Attraktionen, wie es sie längst nicht mehr auf jeder Kirmes gibt. Vor allem auf die Kinder übten diese Fahrgeschäfte eine große Anziehungskraft aus. Die Familien Schipler und Kaulhausen aus Liedberg saßen an einem Tisch. Das gemütliche Plätzchen war überdacht, ein Heizstrahler sorgte für behagliche Wärme. Der fünf Jahre alte Ben Schipler probierte die Treffsicherheit seiner neuen Pistole aus, indem er Kunststoffpfeile mit einem Gummi abschloss. Mutter Nicole sprach das aus, was  viele Menschen wohl so ähnlich empfunden haben dürften: „Die Kirmes hat uns gefehlt, und hier kommt schon ein bisschen Kirmesgefühl auf.“

Rüdiger Kaulhausen gönnte sich ein Crepe mit Marzipan. „Jägerzug Freiwild“ stand auf seiner Jacke. Diesem Liedberger Zug gehört auch Uwe Schipler an. Er hätte sein Bier auch zu Hause auf dem Sofa trinken können. Dass er es auf dem Liedberger Kirmesplatz tat, begründete er so: „Ich möchte die Schausteller unterstützen, möchte, das wir nächstes Jahr noch Kirmes feiern können.“

Wie ernst die Lage ist, machen folgende Zahlen deutlich: „Wir waren in diesem Jahr in Düren, an unterschiedlichen Standorten in Dormagen und sind jetzt hier“, sagte Volker Kallenberg. Normalerweise hätte er bis jetzt über 50 Veranstaltungen gehabt. „Im Juni hatte ich im Vergleich zum Vorjahr 96 Prozent Umsatzeinbußen“, sagte „Curry Jupp“. Zusammen mit der Familie Breuer aus Düren wird er am kommenden Wochenende für etwas Kirmes-Atmosphäre in Pesch sorgen, anschließend in Kleinenbroich und dann in Korschenbroich.