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Korschenbroich: Lesung und Selbstreflektion in Konditorei Brass

Autor Philipp Ketteler stellt neues Buch vor : Neue Kulturreihe „Kaffee + Kuchen + Kultur“ in Korschenbroich gestartet

Bei der Premiere der Kulturreihe „Kaffee + Kuchen + Kultur“ im Café Brass ermunterte Autor Philipp Ketteler die Zuhörer, sich mit tiefgehenden Fragen auseinanderzusetzen.

Auf den Tischen lagen Stifte und Schreibblöcke in Abstimmung auf das Buchcover bereit. Jeder sei eingeladen, eigene Gedanken zu Wertvorstellungen auf Papier zu bringen, ganz entspannt. Es gebe kein Abfragen, betonte Philipp Ketteler zu Beginn seiner Lesung im Café Brass. Unter dem Motto Lesung und mehr eröffnete der Autor mit der Vorstellung seines Buches „Deine Löffelliste“ die neue Kulturreihe „Kaffee + Kuchen + Kultur“ im Café Brass. Deren Premiere war ursprünglich für das vergangene Jahr geplant, wurde aber wegen der Corona-Pandemie in diesen Sommer verschoben. Geschäftsführer Eric Schmitz versprach weitere kulturelle Angebote, die in der Planung seien und mit Blick auf aktuelle Entwicklungen um das Virus kurzfristig terminiert würden.

Nicht nur aus Korschenbroich, sondern auch den umliegenden Orten Grevenbroich und Neersen kamen die Zuhörer. Mit dem ersten Kapitel stellte Ketteler zu Beginn seine Beweggründe und eine Gebrauchsanleitung für das Buch vor. Der Titel bezieht sich auf die englische Redewendung „to kick the bucket“, die sich mit „den Löffel abgeben“ übersetzen lässt und durch die Tragikomödie „The Bucket List“ international bekannt wurde. Im Film listen zwei Schwerkranke ihre Träume auf, die sie sich vor dem Sterben erfüllen wollen.

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Kettelers „Löffelliste“ ist eine Aufforderung zur Auseinandersetzung mit persönlichen Wertevorstellungen, Wünschen und Prioritäten. Er habe eine erste Fassung des Buches seinem Vater Bernd zum 67. Geburtstag geschenkt und das Thema zwei Jahre nach dessen Tod erneut aufgegriffen, so der 35-Jährige. Über Fragen fordert er seine Leser heraus, für sich Ziele zu finden. Das Buch birgt Freistellen für persönliche Aufzeichnungen.

Im „Café Brass“ bat Ketteler, für Antworten die bereitliegenden Schreibblöcke zu nutzen. Zu den ersten beiden Aufgaben mit den unvollendeten Sätzen „Mir ist wichtig …“ und „Mich stört häufig …“ notierten die meisten nach kurzem Besinnen still ihre Gedanken. Doch die Frage „Was würde ich machen, wenn ich nur noch eine Woche zu leben hätte?“ ging tiefer, wie das leise Murmeln an einem Tisch verriet. Über Fragen und Antworten fanden die Teilnehmer des kleinen Workshops zur persönlichen Werte-Sammlung, die möglichst nach Prioritäten geordnet werden sollte. „Ich mache das aus voller Überzeugung. Mit einer Werteliste ist es leichter, Entscheidungen zu treffen, auch wenn die manchmal weh tun können“, so der Korschenbroicher Autor.