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Korschenbroich: Künstlerin Carola Paschold gibt freie Kunstschule auf und zieht an den Bodensee

Freie Kunstschule in Korschenbroich : Carola Paschold schließt Freie Kunstschule nach 25 Jahren

Carola Paschold hat ein Vierteljahrhundert lang die Freie Kunstschule in Korschenbroich geführt. Nun nimmt sie Abschied und zieht an den Bodensee. Kontakte nach Korschenbroich wird sie aber halten.

Seit 37 Jahren fühlt sich Carola Paschold Korschenbroich verbunden. Hier hat sie 27 Jahre lang gelebt und gearbeitet, 28 Ausstellungen – viele mit eigenen Werken – bestritten und ein Vierteljahrhundert lang die Freie Kunstschule geführt. Nun heißt es zum Jubiläum Abschied nehmen von der Kunstschule, die 21 Jahre lang ihren Sitz in der Alten Schule hatte.

Paschold wohnt bereits seit anderthalb Jahren am Bodensee. Eine Ausstellung dort im Jahr 2014 und sich daraus ergebende Kundenkontakte hatten in ihr den Wunsch reifen lassen, im südlichen Deutschland ein Domizil „für die späteren Jahre“ zu finden. Mit dem Umzug von Düsseldorf nach Überlingen wurde das Haus der Mutter in Giesenkirchen für sie zum Zweitwohnsitz. „So konnte ich meine Arbeit mit meinem neuen Wohnsitz vereinbaren“, erzählt die Künstlerin.

Nun orientiert sie sich abermals neu und unterrichtet Kunst an einem Gymnasium in der Nähe ihres neuen Hauptwohnsitzes. „Es geht alles rasend schnell. Ich gehe mit einem weinenden Auge und bin sehr traurig, meine Schüler und Kollegen zu verlassen, freue mich aber auf neue Herausforderungen“, fasst Paschold die Gemengelage der Gefühle zusammen.

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Die Bande in die Heimat will sie erhalten. Korschenbroich sei für sie eine schöne und wichtige Zeit gewesen, betont die Diplom-Designerin. „Wenn ich meine Mutter besuche, werde ich mich auch mit Freunden und ehemaligen Schülerinnen treffen. Einige von ihnen haben ein kreatives Studium angefangen, andere sind schon im Beruf,“ erzählt die Dozentin.

Der neue Wohnort dürfte einen weiteren Vorteil haben: Von hier aus ist sie schneller im geliebten Frankreich. Von 1997 bis 2006 war ihr kreatives Schaffen im Wesentlichen geprägt vom Provence-Zyklus. Begeistert von Licht und Atmosphäre des Südens bot Paschold seinerzeit Ferien-Malreisen in die Provence an. In einem erstaunlichen Schnitt stellte sie sich später mit großformatigen Porträts in Anleihen an die Ästhetik der Popkultur künstlerisch vollkommen neu auf. Im vergangenen Jahr aber reflektierte sie im Ölbild abermals Eindrücke der Provence.

Wie andere Kunstschaffende, musste Paschold in der Corona-Zeit die eigene Ausstellungstätigkeit wie auch die der Freien Kunstschule zurückfahren. Kurse und Unterricht fanden trotzdem statt – online, per Mail und Facetime. Mit gleicher Energie startet sie in den Neuanfang.