Korschenbroich: Krippenbauer öffnen ihre Werkstatt

Tag der offenen Tür in Korschenbroich : Krippenbauer öffnen ihre Werkstatt

In Alten Bahnhof wurde mit Besuchern gesägt und gehämmert. Das klappte gut, sogar mit kleinem Gipsarm.

Alina, 6 Jahre alt, hielt sich die Ohren zu: Es ging schließlich sehr laut zu in der Krippenwerkstatt im Alten Bahnhof in Kleinenbroich. Da wurde gesägt, gebohrt, geschliffen, gehämmert. Es war der „Tag der Offenen Werkstatt“.

Am Wochenende hatten die Krippenbauer Kinder und Jugendliche in ihre Werkstatt eingeladen. Auch die Erwachsenes ließen sich blicken: entweder begleiteten sie die Kinder oder sie schauten sich um, um bereits fertig gebaute Vogelhäuser, Futterstationen oder die ausgefallenen Futterhäuser für Eichhörnchen zu erwerben. Auch Reparaturen wurden angenommen: Eine defekte Spieluhr wartete zum Beispiel auf die sachkundigen Hände. Ein rosafarbenes Schaf hatte seine Reparatur schon hinter sich: Das Ohr war wieder angeklebt und wurde noch mit einem grauen Tape quer über das Gesicht zusammengehalten.

Alina war mit ihrem Opa in die Werkstatt gekommen. Sie wollte eine Krippe bauen und ein Eichhörnchenhaus. Erfahrungen hat sie schon. „Mit Opa hab ich mal ein Vogelhäuschen gebaut.“ Dummerweise hatte sie gerade den rechten Arm im Gips – aber das hielt sie nicht vom Werkeln ab. Ihr Glück: Sie bekam tatkräftige Unterstützung von ihrem Opa und den Männern der Krippenwerkstatt. Schnell lagen die Bauteile für das Eichhörnchenhaus auf dem Tisch. Sie wurden nach den Plänen des Naturschutzbundes vorbereitet und gefertigt.

Die Tische in der Werkstatt bogen sich unter den zugeschnittenen Hölzern, Teerpappenstreifen, Plexiglasscheiben. Seit Weihnachten hatten der Leiter der Krippenwerkstatt, Heinz Schichel oder der „Krippen­-Opa“, wie er sich selbst scherzhaft nennt, Peter Brunsbach, Klaus Brühl und Hans-Dieter Konrad den Tag der Offenen Werkstatt vorbereitet. „Wahnsinnig viel Aufwand ist das“, sagte Schichel, „aber es macht riesig viel Spaß.“

„So, du musst das jetzt zusammensetzen“, erklärte Schichel Alina. Gemeinsam gaben sie Holzleim auf die Kanten der Hölzer. „Das lassen wir jetzt ein bisschen einziehen“. Alina wunderte sich: „Das hält schon?“ Noch nicht so ganz. Sie bekam den Akkuschrauber in die Hand gedrückt, in die linke. Mit Unterstützung schraubte sie, bis die Leisten zusammengefügt waren. Wie nach dem Baukastenprinzip setzte sich auf diese Weise ganz schnell die Futterstelle für Eichhörnchen zusammen. Wie das eigentlich funktioniert? Schichel erklärte Alina, dass das Eichhörnchen das Futter, das hinter einer Plexiglasscheibe liegt, entdeckt, die obere Abdeckung aufstupst und ins Futter springt. „Da passen auch zwei oder drei rein“, beschrieb Schichel.

Peter Brunsbach kümmerte sich derweil um Leon, 5 Jahre alt und Jonathan, 6 Jahre alt. Sie wollten ein Vogelhäuschen zusammenbauen und mit nach Hause nehmen. Die Auswahl war groß: Da gab es welche, die aussehen wie ein schön verziertes Schwarzwaldhaus, eins, das aussieht wie ein Bungalow. Oder eins, das ein großes Dach und kleine Einfluglöcher hat, damit die Tauben nicht hinein gelangen. Auch Leon und Jonathan begannen zu kleben und zu schrauben.

Eine Krippe konnte Alina leider nicht bauen. Es gab keine Fertigbauteile mehr. Aber ein fertig gebautes Krippenhaus war noch übrig. Das nahm sie samt Maria, Josef, dem Kind, den Tieren und Hirten mit nach Hause.

Ende August, Anfang September beginnen Schichel und seine Kollegen damit, Krippen zu bauen. Ab Januar dann werden Vogelhäuser, Brutkästen und Eichhörnchenhäuser angefertigt. In diesem Jahr sind die Rotkehlchenhäuser der Verkaufsschlager.